Knaus-Tabbert: erholt sich der Caravaning-Riese?
Weniger Umsatz, Bestände sowie Aufträge, ein operativer Gewinn im ersten Quartal. Knaus-Tabbert: erholt sich der Caravaning-Riese?
Knaus-Tabbert ist im vergangenen Jahr tief in eine existenzgefährdende Krise gerutscht: Viel zu viel produziert, viel zu wenig verkauft, Topmanager unter Bestechungsverdacht. Jetzt greifen erste Maßnahmen – aber der Caravaning-Konzern ist nach den Zahlen des ersten Quartals noch nicht durch.
Zahlreiche Eingriffe sollen Knaus-Tabbert auf Kurs bringen
Es hat sich viel getan bei den Bayern: neues Management unter Führung des Hauptaktionärs Willem „Wim“ de Pundert, deutliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl, zeitweiser Produktionsstillstand, Aufgabe ambitionierter Projekte, reichlich Sondermodelle, breit angelegte Vertriebs-Kooperationen mit der Händlergemeinschaft Intercaravaning.
Das erste Quartal 2025 in Zahlen
Das Ergebnis lässt sich in Zahlen messen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beschäftigte Knaus-Tabbert 3589 Mitarbeitern (minus 14,8 Prozent). Der Umsatz sank im ersten Quartal 2025 um 21,5 Prozent auf 295,6 Millionen Euro. Betroffen vom Absatzrückgang waren vor allem Wohnmobile und Campervans. Der operative Gewinn brach um 77,5 Prozent auf 8,5 Millionen Euro ein. Beim Netto-Ergebnis – also nach Zinsen, Steuern, Abschreibungen rutschte das Unternehmen sogar mit minus 4,7 Millionen Euro (Vorjahr plus 18,2 Millionen) in die roten Zahlen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen um 29,1 Prozent auf 325,1 Millionen Euro. In der Folge reduzierte sich die Eigenkapitalquote von 29,0 auf 17,6 Prozent – in Relation zum Jahresende 2024 blieb sie fast unverändert.
Aber es gibt positive Zeichen. Knaus-Tabbert verringerte seine Bestände deutlich um 55,5 Millionen Euro. Da wäre ein Gewinn von immerhin 8,5 Millionen Euro (minus 77,6 Prozent) aus dem operativen Geschäft und ein deutlich gesteigerter Cashflow aus der Geschäftstätigkeit von 16,6 Millionen Euro (plus 177,7 Prozent).
Der Blick in die nahe Zukunft bleibt spannend. Bereits im ersten Quartal des Jahres 2024 hatte sich der Auftragsbestand mit 621 Millionen Euro zu 2023 fast halbiert. Jetzt sank er abermals um 45 Prozent auf 341 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr sagt Knaus-Tabbert einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro voraus und schätzt den Gewinn im operativen Geschäft auf 5,0 bis 6,5 Prozent.
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