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Transporter auf der IAA: man spricht chinesisch

von | 18. September 2026

Die IAA als Tummelplatz vieler neuer Marken aus Fernost. Transporter auf der IAA: man spricht chinesisch.
Randolf Unruh

BYD E-Vali: kommt er, oder kommt er nicht?

Große Namen und unbekannte Größen. Häufig sehr ähnliches Design aber unterschiedliche Konzepte. Zaghafte und flächendeckende Auftritte. Alle vollelektrisch angetrieben. Das waren die Transporter auf der IAA aus Fernost.

Eine Messe, neun Transporterfabrikate aus China

BYD, Cavan, Delivan, JAC, Farizon, Maxus, Skyworth, Up-Van und Wisdommotor. Schon mal gehört? Sie alle eint die Heimat in China und der Blick nach Europa. Alle versuchen es, aber nicht alle werden es schaffen. Es wird Dauerbrenner und Eintagsfliegen geben. Welche Marke in welche Kategorie gehört, dass muss sich zeigen, Bechtung verdienen alle.

BYD E-Vali: kommt er, oder kommt er nicht?

Der BYD E-Vali ist wieder da. Vor zwei Jahren eine aufsehenerregende Premiere auf der IAA, verschwand er im Anschluss in der Versenkung. Jetzt stand er im Schatten der BYD-Trucks. Dabei hat der kastenförmige Transporter mit kerzengeraden Wänden einiges zu bieten. Wahlweise sechs oder sieben Meter Länge, mit 13,5 und 17,5 Kubikmeter Volumen, 495 Millimeter Ladehöhe und scheunentorgroßen Türen, 3,5 oder 4,25 Tonnen zulässige Gesamtmasse sowie 700 bis 1450 Kilogramm Nutzlast, eine kräftige Batterie mit 80,64 kWh Kapazität und ein Ladetempo bis 188 kW, Motorleistung 150 kW. Dazu Hinterrad- oder Allradantrieb. Damit lässt sich arbeiten. Indes hat der große chinesische Anbieter mit seinen Pkw den Durchbruch in Deutschland noch nicht geschafft. Passt in diesen Rahmen zusätzlich ein Transporter?

Randolf Unruh

Cavan: kompakter E-Transporter mit deutschem Vertrieb.

Cavan: kompakter E-Transporter mit deutschem Vertrieb

Cavan heißt die Transportermarke des chinesischen Truck-Herstellers BAIC Foton. Hier gibt es mit Brock Kehrtechnik – „Member of Foton Motor“ – bereits einen Importeur. Während sich viele chinesische Marken im Segment der 3,5-Tonner bewegen, ist der Cavan C1 im Bereich der kompakten Dreitonner unterwegs. Der Transporter mit dem Bumerang-Tagfahrlicht tritt in gleich drei Varianten in Längen von 4,9 und 5,2 Metern sowie flachem Dach knapp unter zwei Metern sowie einem milden Hochdach an. Das Ladevolumen beläuft sich auf 6,6 bis 8,4 Kubikmeter, durch die Schiebetür passt eine Europalette längs, der Ladeboden liegt lediglich 500 Millimeter hoch. Mit 1,0 bis 1,2 Tonnen ist die Nutzlast ansehnlich. Die Batteriekapazität beträgt 50,2 oder 66,7 kWh, die Motorleistung 125 kW, das Drehmoment fällt mit 210 Nm eher knapp aus. Nicht vergessen: BAIC ist an Mercedes beteiligt und in China ein Kooperationspartner der Marke.

 

Delivan: großer Auftritt und Gruau-Aufbauten

Delivan ist das junge Transporterfabrikat des Vielmarkenkonzerns Chery. Auf der IAA gönnte sich das Unternehmen einen üppigen Auftritt mit einer ganzen Handvoll Transportern. Wie gemeldet, verfügt Delivan bereits über eine Dependance in Großbritannien. Ebenso arbeitet die Marke eng mit dem namhaften französischen Aufbauer Gruau zusammen. Im Zentrum stehen 3,5-Tonner, als Kastenwagen mit Vorderradantrieb in zwei Längen von 5,0 und 5,5 Metern, mit flachem Dach und einem stämmigen Hochdach, dazu als Kastenwagen-Doppelkabine. Macht 6,9 oder 11,6 Kubikmeter Volumen und 543 Millimeter Ladehöhe. Hinzu kommt ein Fahrgestell mit Fahrerhaus und Hinterradantrieb. Die Motorleistung beläuft sich auf 175 kW (Kastenwagen) und 150 kW (Fahrgestell). Je nach Modell beträgt die Batteriekapazität 50,5 oder 68,7 sowie 97,4 kWh. Das ergibt beim Kastenwagen eine Nutzlast zwischen 0,8 und 1,4 Tonnen. Beachtlich: Alle Varianten dürfen bis 2,5 Tonnen ziehen. Die E-Architektur basiert je nach Modell auf 400 oder 600 Volt.

 

Randolf Unruh

Farizon V7E/SV: zwei Vans für alle Fälle.

Farizon V7E/SV: zwei Vans für alle Fälle

Farizon ist die Nutzfahrzeugmarke von Geely mit dem V7E und dem größeren SV als Transporter. Der Farizon V7E zielt mit knapp fünf Meter Länge und einem schlanken Wuchs mit 1,82 Meter Breite aufs Kompaktsegment. Farizon nennt trotzdem knapp sieben Kubikmeter Ladevolumen. Die Ladekante ist 510 Millimeter hoch, die Schiebetür lässt Europaletten durch. Der E-Motor mit 110 kW und 230 Nm ist eher im unteren Bereich angesiedelt und treibt die Vorderräder an. Die Batterien bringen es auf 50,2 oder 66,7 kWh Kapazität. Je nach Batterie beträgt die Nutzlast zwischen gut 1,2 und knapp 1,4 Tonnen. Geladen wird mit maximal 100 kW.

Der größere Farizon SV ist in gleich fünf Karosserievarianten zu bekommen. Sein Spektrum reicht vom knapp fünf Meter langen L1H1 mit 6,95 Kubikmeter Laderaum bis zum knapp sechs Meter langen L3H3 mit 13 Kubik. Der Ladeboden liegt 520 Millimeter über der Fahrbahn, die ungewöhnliche Konstruktion ohne klassische B-Säule auf der Beifahrerseite macht Platz. Frontantrieb und eine zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen sind weitere Eckdaten. Sehr beachtlich ist die Batteriekapazität mit 83,7 kWh oder 100,8 kWh. Farizon nennt eine günstige Nutzlast zwischen 1,0 und 1,3 Tonnen sowie eine Anhängelast bis zwei Tonnen. In Vorbereitung ist ein Allradmodell.

Geely ist ein chinesischer Vielmarkenkonzern, zur Markengruppe gehören neben anderen Geely, Lotus, Polestar und Volvo Pkw sowie der Hersteller der Londoner Taxis. Pikant: Geely-Chef Li Shufu hält über eine Beteiligungsgesellschaft rund 9,7 Prozent der Anteile an Mercedes. Zur Verbindung gehört ebenfalls die 50:50 Beteiligung an Smart. Für seine Transporter hat das Unternehmen ein europäisches Teilelager im badischen Gaggenau eingerichtet, der Vertrieb ist in Frankfurt angesiedelt.

JAC: schick in Schale

Bereits engagiert in mehr als 130 Ländern der Welt, baut Anhui Jianghuai Automobile Group Corp. Ltd. – kurz JAC Motors – sein Engagement in Europa aus. Es gibt bereits eine Niederlassung in Italien und mit dem vielfach engagierten Importeur RSA einen Partner für Skandinavien. Da RSA bis vor kurzem für Maxus in Norddeutschland tätig war, ist’s vielleicht für den nächsten Schritt nicht weit, ein Pkw ist schließlich über RSA schon im Programm. Sunray Pro heißt der schicke Transporter, ein 3,5-Tonner mit bemerkenswerten 1,3 Tonnen Nutzlast im Maximum. Der Transporter ist wahlweise 5,0 oder 5,4 Meter lang, es gibt gleich drei Höhen, ausgehend von 1,98 Metern. Daraus resultiert ein Laderaum von 7,3 bis 11,25 Kubikmetern, 495 Millimeter über der Fahrbahn gelegen. Die Schiebetür fällt mit 900 Millimetern recht schmal, aber noch palettengerecht aus. Mit einer Batterie von 83,7 kWh sowie einem 150 kW starken Motor und 330 Nm sowie Frontantrieb ist der Sunray Pro gut bei Kräften. Auffällig ist im Unterschied zu vielen blattgefederten chinesischen Kollegen die Doppelquerlenker-Hinterachse.

Maxus eDeliver 5: neuer Vertrieb, neues Modell

Längst gut bekannt in Deutschland ist Maxus aus dem Konzern SAIC. Eine entscheidende Änderung: Bisher gab’s kurioserweise gleich zwei offizielle Importeure für Deutschland, das hat mit der Gründung von SAIC Motor Deutschland in Neu-Isenburg bei Frankfurt ein Ende gefunden. Auf der IAA überraschte Maxus mit einer Neuerfindung des Streetscooter. So jedenfalls sah der postgelbe Maxus eDeliver 5 mit Kofferaufbau aus. Das Fahrgestell bedeutete eine Weltpremiere. Mit 1,5 Tonnen Tragfähigkeit sehr stämmig, technisch mit Leiterrahmen und blattgefederter Hinterachse recht schlicht, als Fronttriebler mit 120 kW Motorleistung kräftig genug und einer recht kompakten Batterie mit 50 kWh Kapazität. Gibt’s auch als Kastenwagen in jeweils zwei Längen und Höhen sowie 6,6 bis 8,7 Kubikmeter Ladevolumen und bis zu 1,3 Tonnen Nutzlast, auch mit 64-kWh-Batterie. Bemerkenswert: Bis zum Emde des Jahres will Maxus in Deutschland auf 170 Servicepartner kommen.

Skyworth Hongtu: vom Metz-Fernseher zum Transporter

Vom Fernseher – unter anderem Marke Metz – über diverse Elektronikartikel bis zum Truck, das funktioniert in China in kurzer Zeit. Zwischendrin fahren schmucke Transporter namens Hongtu. Dies gleich in mannigfacher Ausfertigung, als Kastenwagen 5,5 und 6,0 Meter lang und in drei Höhen bis zu üppigen 2,7 Metern mit 14 Kubikmeter Ladevolumen und von vornherein auf 4,25 Tonnen zulässige Gesamtmasse ausgelegt. Das muss auch sein, denn unter dem 650 Millimeter hohen Ladeboden ruht eine Batterie mit 100,9 kWh Kapazität. Ergebnis sind 1,3 bis knapp 1,5 Tonnen Nutzlast. Passend zum wuchtigen Auftritt bringt es die E-Maschine auf 150 kW Leistung und 370 Nm Drehmoment. Der Antrieb erfolgt auf die Hinterräder. Geladen wird eher dezent mit maximal 120 kW. Hongtu X heißt die Variante Fahrgestell mit Fahrerhaus und 2,34 Tonnen Tragfähigkeit. Der E-Motor ist identisch, die Batterie jedoch mit 55,6 kWh fast halbiert.

Up-Van: Der Begründer des Streetscooter ist wieder da

Fast versteckt auf der Messe und doch zu finden. Das Aachener Kennzeichen lässt es vermuten: Wie schon gemeldet, vertreibt Streetrunner den Up-Van in Deutschland. Hinter dem Unternehmen steht Günther Schuh, bis vor kurzem Professor an der RWTH Aachen, Miterfinder des Streetscooter; später erlitt er Schiffbruch mit dem Kleinwagen E.Go. Der Up-Van wirkt im Vergleich zu anderen geschliffenen chinesischen E-Transportern etwas grob behauen, aber hier geht’s um andere Werte. Mit 5,14 Meter Länge und 1,9 Meter breite ist der Up-Van recht handlich, wahlweise 1,99 oder 2,27 Meter hoch. Der Boden liegt knapp 500 Millimeter hoch. Er schleppt 8,5 bis 10,0 Kubikmeter Fracht, die mehr als 1,6 Tonnen wiegen darf. Hintergrund ist eine recht hohe zulässige Gesamtmasse von 3,42 Tonnen. Im Vergleich dazu sind die Motordaten des Fronttrieblers mit 110 kW und 210 Nm nicht eben üppig. Gleiches trifft auf die Batterie mit 53,8 kWh zu, das genügt indes für Kurzstrecken und erklärt ebenfalls die hohe Zuladung.

Wisdommotor Hyron: Hightech mit drei Antrieben und CFK-Karosserie

Von einem ganz anderen Schlag als seine chinesischen Kollegen ist der Wisdommotor Hyron T45. Hier versammelt sich feinste Technik. Der 4,5-Tonner trägt als Kastenwagen eine Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und es gibt ihn mit einer Vielzahl von Antrieben als Vollelektriker auch mit Allradantrieb, Verbrenner mit Range Extender sowie als Wasserstoff-Verbrenner. Das erklärt auch den wuchtigen verchromten Kühlergrill, den seine E-Kollegen nicht benötigen. Der Antrieb erfolgt auf die schraubengefederte Hinterachse mit Einzelradaufhängung, das sieht man in dieser Gewichtsklasse auch nicht an jeder Straßenecke. Je nach Ausführung sind zwei Tonnen Nutzlast drin, passend zum üppigen, bis zu 17 Kubikmeter großen Laderaum. Es gibt zwei Längen und zwei Hochdachvarianten und Batteriegrößen bis 100,5 kWh. Und wem das alles nicht genügt, der wählt das Fahrgestell mit Fahrerhaus.

 

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