Volkswagen Nutzfahrzeuge: Neuer eCrafter auf der IAA 2027

von | 12. März 2026

VWN

VW Caddy: Facelift und neues Cockpit.

Viel Neues bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN). Caddy und Multivan werden aufgefrischt. Neuer eCrafter auf der IAA 2027.

Die Ergebnisse 2025 sind mau, hervorgerufen durch Rückstellungen im dreistelligen Millionenbereich für Überschreitungen der CO2-Flottengrenzwerte und die Zölle sowie der Auslauf der E-Förderung in den USA. Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) will unter anderem mit neuen und aufgefrischten Modellen gegenhalten und nennt ein ehrgeiziges Ziel.

Crafter: neues E-Modell erst auf der IAA 2027, weitere Modellvarianten als Koffer und Kipper

Als letzter Hersteller großer Transporter wird VWN im Herbst kommenden Jahres auf der Pkw-IAA(!) in München einen zeitgemäßen vollelektrisch angetriebenen Großtransporter präsentieren, den eCrafter. Das kündigte VWN-Chef Stefan Mecha heute auf einer Pressekonferenz an. Er wird im Crafter-Werk Wrzesnia in Polen gefertigt. Dort läuft seit zehn Jahren der aktuelle Crafter vom Band. Zeitweilig hatte VWN mit eher wenig Fortune einen eCrafter mit früherer Golf-Technik und Einheitskarosserie im Programm. Die Fertigung dieses Modells endete bereits vor längerer Zeit, seitdem herrscht Flaute für ein großes E-Modell. Es wird spannend ob ein Neustart nach typischer VW-Manier gelingt: spät starten und dann auf die Überholspur wechseln. Volkswagen Nutzfahrzeuge bietet den Crafter in Zusammenarbeit mit Aufbauern jetzt außerdem in neuen Modellvarianten an. Das betrifft einen Kofferaufbau mit Ladebordwand von Spier sowie Kipper von Schoon, siehe Fotos.

Caddy und Multivan mit Facelift, ID. Buzz als Campervan und langer Cargo

Im Zulauf sind außerdem Facelifts von Multivan einschließlich California sowie Caddy. Das umfasst ein aufgefrischtes Gesicht der beiden Modellreihen, vor allem aber ein bedienungsfreundlicheres Cockpit. Hier reagiert nun auch VWN auf jahrelang geäußerte harsche Kritik, ebenso wie bei den Pkw. Sowohl Caddy als auch Multivan basieren schließlich auf einer Pkw-Plattform. Auch bei der Familie des ID. Buzz stehen Erweiterungen an. Da wäre – endlich – der ID. Buzz Cargo mit langem Radstand sowie eine Campervan-Variante. Für den ID. Buzz Cargo steht außerdem die Funktion Vehicle-2-Load an, für die Pkw-Ausführung ein Gute‑Nacht‑Paket. Zwar ist VWN-Chef Stefan Mecha erst gut ein halbes Jahr im Amt, doch seit seinem Antritt herrscht neuer Schwung im Modellprogramm.

Was die Kooperation von Volkswagen Nutzfahrzeuge mit Ford angeht, spricht Stefan Mecha von einer „guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit“. VWN bezieht den aktuellen Transporter sowie den Amarok von Ford, liefert im Gegenzug den Caddy für ein Ford-Derivat. Partner Ford indes hat ein neues Transporter-Modell aus einer neuen Kooperation mit Renault angekündigt.

Schwaches Ergebnis 2025, aber ein ehrgeiziges Ziel

Die Zahlen für das vergangene Jahr sind allerdings nicht berühmt. VWN-Chef Stefan Mecha: „2025 war ein herausforderndes Jahr.“ Zwar stiegen die Verkäufe um sechs Prozent von 404 000 auf 428 000 Einheiten und der Umsatz sogar um elf Prozent von 15,1 auf 16,9 Milliarden Euro. Jedoch sank der Gewinn um 67 Prozent von 743 auf 245 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von lediglich 1,5 Prozent nach 4,9 Prozent im Vorjahr – VWN schrammte knapp an der Nullinie vorbei.

Mecha nennt das Ergebnis denn auch „nicht zufriedenstellend“. Als Begründung führt er „Rückstellungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro“ für Überschreitungen der Flottengrenzwerte für CO2-Emissionen in der EU an, ebenso die Zollkalamitäten der USA sowie deren Einstellung der Förderung für E-Fahrzeuge. Dies hat dem kurz zuvor erst hoffnungsvoll angelaufenen Export des ID. Buzz in Europa zunächst das Genick gebrochen.

Sorgenkind dürfte das Werk Hannover bleiben. Zwar wird dort zurzeit der 70. Geburtstag gefeiert. Aber mit zusammen rund 100 000 Einheiten von Multivan und ID. Buzz ist das Riesenwerk seit dem Auslauf des Transporter meilenweit von früheren Zahlen entfernt. In früheren Jahren produzierte Hannover zeitweilig die doppelte Zahl an Transportern.

Stefan Mecha nennt aber auch positive Aspekte. Da wäre eine Senkung der Gemeinkosten sowie eine Steigerung des Auftragseingangs im vergangenen Jahr um ein Drittel. Hinzu kommt die Erneuerung der Flotte: „Wir haben das jüngste und vielseitigste Produktprogramm“. Und Mecha verkündet ein ehrgeiziges Ziel. Im Moment sieht sich die Marke als Nummer zwei in Europa, aber „Ziel ist die Nummer eins bei LCV in Europa“.

 

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