CIVD: gemischte Bilanz 2025 für Wohnmobile und Campervans

von | 20. Januar 2026

Randolf Unruh

Ungebrochenes Interesse an Wohnmobilen, hier auf der Messe Caravan-Salon in Düsseldorf.

Zulassungen unverändert, Gebrauchte rauf, Produktion runter. CIVD: gemischte Bilanz 2025 für Wohnmobile und Campervans.

„Die Nachfrage ist da“, verbreitet Bernd Löher Optimismus. Der Präsident des Herstellerverbands CIVD, im Hauptberuf Geschäftsführer des Branchenriesen Hobby, zieht Bilanz für das Jahr 2025 und wagt einen Blick in die nahe Zukunft.

Gedämpfter Spaß beim Geldausgeben

„Das Geld ist da. Die Leute müssen aber Spaß haben, das Geld auszugeben“, so Bernd Löher. Dieser Spaß ist im Moment angesichts der wirtschaftlichen und politischen Lage reduziert, das merken auch andere Branchen. Trotzdem ist das Jahr 2025 für die Branche auf den ersten Blick nicht schlecht gelaufen: Die Neuzulassungen von Wohnmobilen und Campervans in Deutschland haben um 0,9 Prozent auf 75 368 Einheiten zugelegt. Da Deutschland mit großem Abstand das wichtigste Absatzgebiet in Europa ist, sah es auch hier mit 161 341 Exemplaren und einem Plus von 0,6 Prozent recht gut aus.

Hinter den schönen CIVD-Kulissen stehen allerdings auch weniger schöne Tatsachen. So führten Überbestände im Handel, zuvor stark gestiegene Preise und eine ausgeweitete Fertigung branchenweit zu Abverkaufsaktionen. Es gab Pleiten im Handel und bei Vermietern, Kurzarbeit bei Herstellern und einen Abbau von Arbeitsplätzen. In der Folge sank die Fertigung der deutschen Hersteller im vergangenen Jahr um 16,5 Prozent auf 71 363 Wohnmobile und Campervans.

Private Nachfrage im Plus

Beachtlich: „Die private Nachfrage beflügelte den Markt“, so der CIVD. Private Zulassungen legten um 7,2 Prozent auf 49 983 Einheiten zu, während gewerbliche Zulassungen deutlich um 9,7 Prozent auf 25 385 Exemplare zurückgingen. Auch laufen die Gebrauchten prima: Die Besitzumschreibungen stiegen in Deutschland um 4,1 Prozent auf 111 034 Fahrzeuge. Ein weiterer Trend: Campervans verloren nach Jahren fast ungezügelten Wachstum im vergangenen Jahr bei den Neuzulassungen in Deutschland um 2,3 Prozent. Dagegen legten aufgebaute Wohnmobile – Alkovenmobile, Teilintegrierte und Integrierte – zusammen um 5,1 Prozent zu. Prompt strichen einige klassische Wohnmobilhersteller ihre in den Vorjahren aufgebauten Kapazität von Campervans wieder zusammen.

Die Aussichten für 2026? „Optimistisch bei hoher Volatilität“, so Bernd Löher. Schließlich drohen unkalkulierbare Einflüsse von außen, siehe die wirtschaftliche und politische Großwetterlage.

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