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Mercedes-Transporter: Geburtstags-Ausstellung im Museum

von | 3. Juli 2026

Mercedes-Benz

Erstes kompaktes Serienmodell mit Stern der Nachkriegszeit: Mercedes 170 V als Lieferwagen, hier von 1952.

Mercedes feiert 130 Jahre Nutzfahrzeuge. Da schauen auch die Vans vorbei. Mercedes-Transporter: Geburtstags-Ausstellung im Museum.

Nein, gestern war wirklich nicht alles besser, die Fußball-Nationalelf mal ausgenommen. Aber vielleicht aus heutiger Sicht schöner, auch wenn die Jobs am Steuer viel härter gewesen sind. Das Jubiläum 130 Jahre Nutzfahrzeuge klingt ein wenig krumm, aber der Erfinder von Lkw und Transporter darf sich gerne eine Sonderausstellung im Mercedes-Museum gönnen. Ab 1896 revolutionierten Vans (Benz) und Lkw (Daimler) gleichzeitig die Welt des Transports.

Das ungewöhnliche Rennen der Automobilpioniere Carl Benz und Gottlieb Daimler

Sie haben sich nie persönlich kennengelernt, und traten doch gegeneinander an. Zu einem Rennen der besonderen Art: Ende des 19. Jahrhunderts wetteiferten die Automobilpioniere Gottlieb Daimler und Carl Benz mit immer neuen Erfindungen miteinander. 1885 legt Daimler mit seinem „Reitwagen“ als erstem Motorrad vorn, ein Jahr später gefolgt vom ersten Motorboot. 1886 schließlich liegen Benz und Daimler mit den ersten Automobilen mit Verbrennungsmotor gleichauf. 1895 stellt Benz den ersten motorgetriebenen Omnibus her, 1896 baut Daimler den ersten Lkw, im gleichen Jahr hat Benz die Nase mit seinem „Lieferungswagen“ vorne. Heute würde man dazu Transporter sagen.

Die Sonderausstellung im Mercedes-Museum beschreibt die faszinierende Entwicklung von Transportern und Lkw bis heute. Für die Transporter heißt dies, dass sie im Atrium des Museums mit einer Rekonstruktion des Benz Combinations-Lieferungswagens von 1899 beginnt. Im „Collectionsraum“ Nummer fünf präsentiert das Museum sieben Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen – bis zu aktuellen batterieelektrischen Modellen von Mercedes-Benz Vans.

Die Transporter der Sonderausstellung

Der Benz 1C von 1922 steht für die frühe Lkw-Serienproduktion. Seitenzeit galt er zwar als Lkw, heute würde man ihn als größeren Transporter einstufen. Dieser 1,5-Tonner – gemeint ist in klassischer Benennung die Nutzlast – begann sein Leben als Feuerwehrfahrzeug und wurde später umgebaut. Bei der Restaurierung erhielt er seinen heutigen Pritschenaufbau.

Den ausgestellten Mercedes-Benz 170 V Kastenwagen nutzte ab 1952 auch der Mercedes-Benz-Service. Der Kompaktvan trug Werkzeug und Ersatzteile unter einer elegant gezeichneten „Sindelfinger Karosserie“, sie galt seinerzeit als Gütezeichen. In den dreißiger Jahren entwickelt, war der 170 V im Mai 1946 das erste Serienmodell der Nachkriegszeit auf einem Pkw-Fahrgestell mit Stern, erst als Pritschenwagen, dann als Kastenwagen.

Eine Reiseeinladung war der Mercedes-Benz O 319 D Panoramabus von 1961, heute würde man von einem Minibus sprechen. Hier mit geschmackvoller Zweifarb-Lackierung und Dachrandverglasung für beste Aussicht. Die Kompaktbusse dieses Typs sowie die Transporter L 319 waren Wegbegleiter der sogenannten Wirtschaftswunderzeit. Die Baureihe der Großtransporter ging 1955 an den Start. Typisch waren der extrem kurze vordere Überhang, der bequeme Einstieg hinter der Vorderachse und der ovale „SL-Kühlergrill“.

Den Bogen zu den Transportern von heute schlagen der Mercedes eVito von 2023 mit batterieelektrischem Antrieb sowie ein Mercedes eSprinter aus dem Jahr 2024 – der aktuelle Stand einers Transporters, der einer ganzen Fahrzeugklasse seinen Namen gab.

Sonderausstellung: viel mehr als Fahrzeuge

DAmit nicht genug. Medienstationen greifen historische Kommunikationsformen wie etwa die Litfaßsäule auf und ergänzen die Exponate um zusätzliche Perspektiven. Ein prägnantes Bild für die globale Bedeutung von Nutzfahrzeugen ist eine 1,5 Meter große animierte LED-Weltkugel. Sie visualisiert die Daten und Storys aus 130 Jahren Nutzfahrzeuggeschichte von Mercedes-Benz – und da gibt es eine Menge.

Die Vielfalt der Nutzfahrzeuge zeigt die Sonderausstellung auch im Miniatur-Maßstab. Mehr als 180 Modelle zahlreicher Vans und Trucks machen die Entwicklungen in unterschiedlichen Maßstäben, vornehmlich 1:87, erlebbar. Die Mitglieder des Mercedes-Benz Modellauto-Clubs haben sie zur Verfügung gestellt.

Für spielerische Zugänge sorgen zudem zwei interaktive Stationen: Ein Arcade-Spiel lädt ein zum virtuellen Truck-Racing, während das „VANtastic Memo“ das Erinnerungsvermögen mit Motiven aus der Transportergeschichte herausfordert.

Das Mercedes-Benz Museum ist täglich von Dienstag bis Sonntag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung läuft bis zum 4. April 2027.

Tipp: Wer sein Wissen über die Geschichte der Transporter mit Stern vertiefen will, greift zum Buch „Mercedes-Benz Transporter“ von Randolf Unruh, erschienen im Motorbuch-Verlag.

 

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