Knaus-Tabbert: durchwachsene Bilanz 2025
Das Umsatzziel erreicht, aber die Gewinnprognose deutlich verfehlt. Knaus-Tabbert: durchwachsene Bilanz 2025.
Eine Milliarde Umsatz meldet der Konzern für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025. Der Wohnmobil-, Campervan- und Caravanriese war in der zweiten Jahreshälfte 2024 schwer ins Taumeln geraten. Die Sanierung litt 2025 unter Überkapazitätendes Konzerns sowie der gesamten Branche. Auf das Jahr 2026 blickt das Unternehmen optimistischer.
Harter Sanierungskurs in einem schwierigen Umfeld
Die Zahl der Mitarbeiter um rund 15 Prozent auf 3306 Köpfe gesenkt, Investitionen drastisch von 34,5 auf 8,5 Millionen Euro reduziert, das Produktprogramm zusammengestrichen: „Projekte mit geringer Aussicht auf Mehrwert für Kunden und das Unternehmen wurden eingestellt.“ Der Konzern hat mit seinen Marken Knaus, Tabbert, Weinsberg, Morelo sowie T@b 2025 einen harten Sanierungskurs gefahren. Mit einem Produktionsstopp zur Jahresbeginn und aufwendigen Abverkaufsaktionen in einem schwierigen Marktumfeld mit gedämpfter Nachfrage hat das Unternehmen hohe Lagerbestände reduziert. „Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen verringerte sich im Geschäftsjahr
2025 um 93,5 Millionen Euro (Vorjahresperiode: Erhöhung um 59,1 Millionen.
Im Ergebnis sanken der Verkauf um fast zehn Prozent auf 20 574 Wohnmobile, Campervans und Caravans sowie der Umsatz von 1,082 auf 1,002 Milliarden Euro. Wegen der teuren Maßnahmen zum Bestandsaufbau – die gesamte Branche litt unter vollen Lagern – blieb der Gewinn des Unternehmens deutlich unter den Erwartungen: Übrig blieb 2025 ein bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) von 27,3 Millionen Euro und damit eine Marge von lediglich 2,7 Prozent. Das tatsächliche EBITDA erreichte sogar nur 21,1 Millionen Euro. Die Differenz erklärt sich vor allem durch Rückstellungen für Personalanpassungen und eine Millionenstrafe wegen fehlerhafter Gewichtssangaben in der Vergangenheit.
Damit hat Knaus-Tabbert sein ursprüngliches operatives Gewinnziel – die Prognose wurde während des Jahres mehrfach zurückgefahren und schließlich halbiert – deutlich verfehlt. Daher müssen die Aktionäre des börsennotierten Unternehmens auf eine Dividende verzichten. Weitere Zahlen: Der Anteil der Eigenkapitals sank von 17,7 auf 14,9 Prozent. Indes stieg der Free Cashflow – der operative Geldzufluss – nach mehrjähriger Stagnation und einem Minus von 34,5 Millionen im Jahr 2024 auf ein Plus von 46,5 Millionen im vergangenen Jahr.
Optimistischerer Ausblick: Stabilisierung im laufenden Geschäftsjahr
Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem weiterhin leicht rückläufigen Umsatz auf 950 Millionen Euro. Jedoch erwartet das Unternehmen einen operativen Gewinn in einem Größenordnung zwischen 5,0 und 7,0 Prozent.
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