Ford und Renault: neue Transporter-Kooperation – und VW?
Das birgt reichlich Zündstoff für die Transporterszene. Ford und Renault: neue Transporter-Kooperation – und VW?
„Kooperationen kommen und gehen“, erklärte der damalige Renault-Transporterchef Heinz-Jürgen Löw im Zwiegespräch anlässlich der Vorab-Vorstellung des neuen Renault Trafic-E-Tech im Frühjahr. Hier geht voraussichtlich eine neue Transporter-Kooperation an den Start. Was heißt das für die bisherige Verbindung mit VW?
Es geht um die Rettung von Ford Europa und um Transporter – die Möglichkeiten
Es geht um nicht weniger als die Rettung von Ford Europa mit bezahlbaren Elektro-Pkw auf Renault-Basis ab 2028. Aber ebenso um eine Kooperation zwischen den Transportersparten von Ford und Renault. Unterschrieben ist, so Ford und Renault, „eine Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) zur Prüfung der gemeinsamen Entwicklung und Fertigung von leichten Nutzfahrzeugen der Marken Ford und Renault, auf Basis gemeinsamer Plattformen und um industrielle Skaleneffekte zu steigern.“ Doch halt – gibt es nicht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ford und VW? Schauen wir genauer hin.
Kooperationen zwischen Automobilriesen sind in mehreren Stufen denkbar. Da wäre ein Tausch von Aggregaten als mildeste Form. Dann die Verwendung von Plattformen. Schließlich um die Übernahme kompletter Modellreihen als wildeste Form. Ford, Renault und VW – was geht?
Ford, Renault und VW – wo passt’s, wo klemmt’s?
Die Pickups: nicht ausgeschlossen. Ford Ranger und VW Amarok stammen beide aus dem Ford-Stall. Renault hat außerhalb Europas den Alaskan im Programm auf Basis des Nissan Navara. Ein Nachfolger auf Ranger-Basis? Könnte passen.
Die kompakten Transporter: zurzeit nicht. Renault hat soeben den neuen Trafic E-Tech vorgestellt, Ford Transit Custom und der davon abgeleitete VW Transporter sind noch sehr jung. Auch wenn bei VW nicht jeder glücklich ist, damit ausgerechnet das Herzstück der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge aus der Hand gegeben zu haben – eine Scheidung ist hier auf lange Zeit nicht denkbar.
Die großen Transporter: warum nicht. Der Ford Transit ist Jahrgang 2014 und somit allmählich ein älterer Herr, der Renault Master taufrisch. Ein Transit auf Master-Plattform, den es ja jetzt auch wieder mit Hinterradantrieb gibt – warum nicht? Die Angelegenheit hat indes eine globale Dimension, denn der Transit läuft nicht nur in der Türkei, sondern auch in Kansas/USA vom Band, ist in den USA die Nummer eins seiner Klasse. Der nächste Transit könnte bereits in Entwicklung sein und aufgrund seiner Größe in diesem Segment kann Ford auf Partnersuche gehen, muss es aber nicht. Und VW? Bisher hieß es dort, dass man mit dem Crafter plus MAN TGE weiterhin auf eigenen Füßen stehen will.
Die Lieferwagen: sehr naheliegend. Der Renault Kangoo feierte seine Premiere Ende 2020. Kooperationspartner Mercedes steigt jetzt aus. Ford hat zwar den noch recht jungen Transit Connect im Programm, der aber ist nichts anderes als ein VW Caddy mit Ford-Nase. Nachteil: Er ist wegen der VW-Plattform im Unterschied zum Kangoo nicht vollelektrisch machbar. Zwischen dem knuffigen eigenen Ford Transit Courier als Verbrenner und E-Ausführung und dem Transit Custom ist also Platz für eine maßgeschneiderte Modellreihe.
Kooperationen kommen und gehen – der Dezember ist die Zeit der Spekulatius, die Ankündigung von Ford und Renault lässt reichlich Platz für Spekulationen.
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