VW: weniger Chefs, mehr Power und Effizienz?
VW organisiert die Vorstandsetagen neu, betroffen sind auch die Nutzis. VW: weniger Chefs, mehr Power und Effizienz?
Mehr Zusammenarbeit, mehr zentrale Entscheidungen, weniger Eigenständigkeit für die Volumenmarken: Ein neuer Markengruppenvorstand hält wesentliche Fäden in der Hand. Spannende Frage: Werden spezifische Nutzfahrzeugthemen berücksichtigt?
Zentrale Entscheidungen für Entwicklung, Produktion und Einkauf
Betroffen sind Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), Volkswagen Pkw, Škoda und Seat/Cupra: Für diese Brand Group Core (BGC) werden wesentliche Entscheidungen künftig markenübergreifend zentral getroffen. Das betrifft Entwicklung, Produktion und Einkauf. VW will damit doppelte Strukturen abschaffen, zu schnelleren Entscheidungen kommen – und auch viel Geld sparen.
Damit einher geht eine Verkleinerung der Markenvorstände. Sie bestehen künftig durchweg aus vier Köpfen: Vorstandsvorsitzender, Finanzchef, Vertriebsvorstand und Personalchef.
Allein im Bereich Produktion will VW mit der neuen Organisation bis zum Jahr 2030 insgesamt eine Milliarde Euro einsparen. Hier hat sich VW eine Besonderheit einfallen lassen. Die mehr als 20 weltweiten Werke der Volumenmarken werden künftig in fünf Produktionsregionen organisiert. Deren Regionsleiter übernehmen marken- und länderübergreifende Planungs-, Steuerungs- und Logistikverantwortung. Dadurch sollen die Regionen selbstständiger, effizienter und flexibler werden.
Mehr Vielfalt in den Transporterwerken?
Was könnte dies für VWN bedeuten? Denkbar ist eine höhere Flexibilität in den Werken. So basieren Multivan und ID. Buzz (beide aus Hannover) ebenso auf Konzernplattformen wie der Caddy aus der Fertigung in Posen/Poznan. In diesen Werken sind dann auch andere Modelle des Konzerns denkbar, etwa zur Sicherung von Beschäftigung, oder wenn zusätzliches Volumen für Baureihen notwendig sein sollte. In Hannover fertigte VWN einst bereits den Rohbau des Porsche Panamera, auch war vor Jahren dort die Produktion eines künftigen Audi-Spitzenmodells geplant, was sich zwischenzeitlich erledigt hat
Aus dem Rahmen dürfte das hochspezialisierte Werk Wrzesnia in Polen fallen. Dort produziert VWN die Zwillinge VW Crafter und MAN TGE. Es wird zurzeit für die künftigen E-Modelle der Doppelbaureihe erweitert. Beide Marken zusammen haben im vergangenen Jahr erstmals mehr als 100 000 Einheiten der Großtransporter ausgeliefert. Die entsprechenden Großformate der Kastenwagen-Karosserien oder auch die Fertigung der Fahrgestelle mit Fahrerhaus dürften sich schwerlich auf andere Formate übertragen lassen.
Werden spezifische Nutzfahrzeugthemen berücksichtigt?
Spannend wird ohnehin sein, wie die neue zentrale Führung der Volumenmarken mit spezifischen Nutzfahrzeugthemen umgeht. Das betrifft sowohl die Entwicklung kommender Baureihen von Caddy über Transporter, ID. Buzz bis Crafter und Amarok, als auch deren Fertigung. Sie ist, anders als bei vielen Pkw des Konzerns, bestimmt von extrem hoher Variantenvielfalt bei gleichzeitig vergleichsweise überschaubaren Stückzahlen.
Das können die aktuellen Modellreihen:
Experten-Test: neuer VW Transporter – die Legende bebt
Experten-Fahrbericht: VW California eHybrid 4Motion
VW ID. Buzz Cargo Pro 4Motion: Experten-Test
Experten-Test VW Amarok: Das blaue Wunder?
Experten-Fahrbericht: MAN TGE
VW 





