30 Jahre Citroen Berlingo: die Neuerfindung des Lieferwagens

von | 16. April 2026

Citroen

Einfallsreich: Ur-Berlingo ab 1996.

Das Ende des Rucksacks, Karosserie aus einem Guss. 30 Jahre Citroen Berlingo: Neuerfindung des Lieferwagens.

Eigenständige Karosserie statt klobigem Lastenrucksack. Schiebetür für den Fond und derlei Raffinessen mehr: Der Citroen Berlingo drehte die Welt der Lieferwagen bei seiner Premiere im Jahr 1996 ein gehöriges Stück weiter. Es folgte ein innovationswettlauf, der seinesgleichen sucht.

Citroen Berlingo: Premiere auf der IAA 1996

IAA Nutzfahrzeuge 1996: Während sich die Trucker-Fans um den komplett neuen Mercedes Actros drängen, versammelt sich die Transporterwelt um den Citroen Berlingo. Er läutet das Ende der traditionellen französischen Lieferwagen ein, von der Kastenente bis zum Citroen C15, von Renault R4 F4/F6 und Rapid sowie ihren europäischen Begleitern wie Fiat Fiorino, Ford Courier und Opel Combo.

Sie alle kombinieren bis dahin einen Kleinwagen-Vorderwagen mit einer Kiste im Heck für Fracht, teils auch für Personen. Die letzte Neuerscheinung dieser klassischen Bauweise war 1995 der VW Caddy auf Basis eines Seat. Da aber ist der Zug längst in eine andere Richtung unterwegs. Dabei hatte VW einst in den sechziger Jahren mit dem Heckmotor-Transporter VW 147 „Fridolin“ sogar eine Vorlage für die neuen Lieferwagen-Zeiten geliefert.

Innovations- und Ideenwettbewerb

Es setzt ein Wettrennen ein, vor allem zwischen den französischen Marken, hier die Geschwister Citroen und Peugeot, dort Renault. Erst gibt’s nur eine Schiebetür auf der rechten Seite, dann wahlweise auch gegenüber. Oder auch optional einen faltbaren Beifahrersitz plus schwenkbarem Trenngitter zur Vergrößerung des Laderaums.

Gut ein halbes Dutzend Jahre nach der Premiere des Berlingo sind alle europäischen Hersteller auf die neue Bauweise gewechselt. Außerdem bieten sie neben praktischen Lasteseln mehr oder weniger schmucke Pkw-Ausführungen an, treffend auch als Hochdach-Kombis bezeichnet. Auch dabei hat Citroen mit Innovationen wie Dachfenstern und Dachablagen – Modell Modutop – die Nase vorn. Zunächst eher zartgliedrig gebaut, werden die Baureihen der neuen Lieferwagen-Klasse zunehmend stämmiger, es kommt optional ein zweiter größerer Radstand hinzu. Wechselnde Kooperationen erweitern das Spektrum auf zusätzliche Marken. Kleine Modelle wie das Trio Citroen Nemo, Fiat Fiorino und Peugeot Bipper unterhalb der Viermeter-Marke sind inzwischen wieder verschwunden.

Immer dabei: der Citroen Berlingo, flankiert von den baugleichen Peugeot Partner/Rifter, Fiat Doblò und Opel Combo innerhalb des vor einigen Jahren gebildeten Stellantis-Konzerns. Hinzu kommt als Ableger die Zwillinge Toyota Proace City und Proace Verso. Alle inzwischen auf Wunsch auch vollelektrisch oder zumindest als Plug-in-Hybrid (VW/Ford) unterwegs. Nur eine Marke springt zur Zeit wieder ab: Mercedes hat nach dem Fehlgriff mit dem eigenen Vaneo vor einem Vierteljahrhundert mit Citan/T-Klasse als Koproduktion des Renault Kangoo sein Angebot offensichtlich überdehnt. Der Citroen Berlino der erste Generation dagegen hat inzwischen sogar fast den Grad der Unsterblichkeit erreicht: Er wird immer noch in Argentinien gefertigt.

Und hier geht es zum aktuellen Test einer besonderen Ausführung:
Experten-Test: Citroen E-Berlingo für Schornsteinfeger

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