Transporter aus China (III): Delivan

von | 20. Oktober 2026

Delivan

Beeindruckender Auftritt: Delivan-Flotte auf der IAA.

Neue Marke einer bekannten Größe mit engen europäischen Verbindungen . Transporter aus China (III): Delivan.

Mutterfirma Chery, Dependance in Großbritannien, Technik- und Modellvielfalt, Aufbauten vom französischen Fabrikat Gruau, üppiger Auftritt auf der IAA Transportation. Die junge Transportermarke Delivan mit ihren E-Vans sollte man sich merken.

Neue Marke einer chinesischen Größe

Delivan – schon mal gehört? Vermutlich nicht. Es wird sich ändern. Delivan ist die neue, auf Europa ausgerichtete Marke von Chery. 2027 wird Delivan in Europa an den Start gehen. Hinter Delivan steht Chery, einer der chinesischen Automobilriesen. Ein Konzern mit vielerlei hierzulande unbekannten Marken und Verflechtungen. Da wäre zum Beispiel ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem indisch beherrschten Hersteller Jaguar Land Rover. Die Vereinbarung mit Nissan über eine Fabrikation in Großbritannien. Sowie eine Beteiligung an der südkoreanischen Marke KGM, Nutzern unseres Portals durch Pickups bekannt. Schließlich ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Nähe von Frankfurt.

Für die Einführung der Transportermarke Delivan in Europa hat Chery einen strategischen Ansatz gewählt. Er umfasst ein Tochterunternehmen mit Entwicklungszentrum in Liverpool/Großbritannien und eine enge Zusammenarbeit mit dem vielseitigen französischen Aufbauhersteller Gruau. Ergebnis ist eine beachtliche Vielfalt an Transportern, zuletzt dokumentiert durch einen großräumigen Auftritt auf der IAA mit einem halben Dutzend Fahrzeuge auf der Basis von drei Modellen.

Zwei Kastenwagen zwischen groß und kompakt

Seine Kastenwagen positioniert Delivan an der Nahtstelle zwischen kompakten und großen Transportern. Sprich: Abmessungen eher überschaubar, zulässige Gesamtmasse aber 3,5 Tonnen.

So misst das Einstiegsmodell lediglich fünf Meter Länge und jeweils zwei Meter in Breite und Höhe. Delivan nennt ein Ladevolumen von 6,9 Kubikmeter und eine Ladekante von 543 Millimetern. Ergänzend bietet Delivan eine Kastenwagen-Doppelkabine auf Basis des kurzen Modells an. Stattlich gewachsen ist die Ausführung mit langem Radstand – 3550 statt 3050 Millimeter – und einem elegant angepassten Hochdach. Sie streckt sich auf 5,5 Meter Länge und reckt sich auf 2,6 Meter Höhe. Der Frachtraum wächst auf 11,6 Meter. Je nach Batteriegröße liegt die Nutzlast zwischen 1000 und 1400 Kilogramm. Die Anhängelast beläuft sich durchweg auf 2,5 Tonnen. Der große Delivan ist Basis für einen Werkstattwagen, schließlich ist Gruau Partner von Sortimo. Auch Bott steht auf der Partner-Liste von Delivan.

Beide Ausführungen sind kräftig motorisiert, denn ein E-Motor mit 175 kW Leistung und 325 Nm treibt die Vorderräder an. Bei den Batterien besteht Auswahl zwischen 50,4 und 68,7 kWh, beim großen Modell ergänzt durch 97,4 kWh. Diese üppige Batteriegröße koppelt Delivan zugunsten des Ladetempos mit einer 600-Volt-Architektur statt den üblichen 400 Volt.

Stämmiges Leiterrahmen-Fahrgestell mit Hinterradantrieb

Technisch ganz anders aufgebaut ist der Delivan als Fahrgestell mit Fahrerhaus. Er fährt mit 3550 oder 3880 Millimeter Radstand vor und trägt einen klassischen Leiterrahmen. Die zulässige Gesamtmasse beläuft sich wahlweise auf 3,5 oder 4,25 Tonnen. Die Motorisierung wechselt zu 150 kW, aber einem höheren Drehmoment von 380 Nm. Angetrieben wird hier die Hinterachse. Verwendung findet durchweg die Batterie mit 97,4 kWh und eine 600-Volt-Architekur.

Angesichts eines Gewichts von 2,12 Tonnen bietet das Fahrgestell Raum für Aufbauten. Zum Beispiel auf Basis des längeren Radstands für einen 3,4 Meter langen Kühlaufbau von Gruau mit 12,0 Kubikmeter Volumen und knapp eine Tonne schwer. Das ergibt je nach zulässiger Gesamtmasse eine Nutzlast zwischen rund 400 und 1150 Kilogramm. Oder wie wär’s mit einem Dreiseiten-Kipper als 3,5-Tonner mit 3550 Millimeter Radstand und 840 Kilo Nutzlast? Auf der Partnerliste steht ebenfalls Junge, ein Kofferaufbau ist also ebenfalls gesetzt.

In die Entwicklung seiner Transporter seien, so Delivan, Wünsche von Flottenbetreibern in fünf europäischen Ländern eingeflossen, darunter Deutschland.

Hier gibt’s mehr Infos zu Transportern aus China:
Transporter auf der IAA: man spricht chinesisch

NEWSLETTER

SOCIALS

BELIEBTE NEWS

BELIEBTE TESTS