Transporter aus China (V): Farizon, zwei Vans für alle Fälle

von | 3. November 2026

Farizon

Farizon: zwei Vans für alle Fälle

Geely, das heißt unter anderem Lotus, Polestar, Volvo Pkw sowie Transporter. Sowie Farizon, zwei Vans für alle Fälle.

Während sich die meisten Newcomer aus China mit einer einzelnen Baureihe begnügen, steigt die noch junge Transportermarke Farizon gleich mit zwei Baureihen ein. Hinter ihr steht der schlagkräftige und vielseitig engagierte Automobilkonzern Geely.

Geely: Vom Kühlschrank zum Auto und Markensammler

Vom Kühlschrank zum Auto: Vor 40 Jahren startete Gründer Li Shufu seinen Konzern mit der Fertigung von Komponenten für Kühlschränke. Seitdem hat sich daraus in rasantem Tempo ein beeindruckendes Konglomerat mit Schwerpunkt im Fahrzeugbau entwickelt. Die Geely Holding Group lieferte im Jahr 2025 rund 4,12 Millionen Fahrzeuge aus,

Im Segment Automobil zählt Geely zu den chinesischen Vielmarkenkonzernen, zur Markengruppe gehören neben der Hausmarke Geely auch Lotus, Lynk & Co, Polestar und Volvo Pkw, Zeekr sowie der Hersteller der Londoner Taxis und eine Vielzahl weiterer chinesischer Fabrikate. Angekündigt ist eine Fertigung zusammen mit Ford in Spanien. Pikant: Geely-Chef Li Shufu hält über eine Beteiligungsgesellschaft rund 9,7 Prozent der Anteile an Mercedes und ist damit größter Einzelaktionär. Gleiches gilt auch für Volvo Trucks. Auf der IAA stand 2026 stand folgerichtig neben den Transportern auch ein beeindruckender Elektro-Truck, der „Homtruck“.

Zur Verbindung mit Mercedes gehört ebenfalls die 50:50 Beteiligung an Smart. Für seine Transporter hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ein europäisches Teilelager im badischen Gaggenau eingerichtet, es soll ein deutsches Ingenieurteam geben, der Vertrieb ist in Frankfurt angesiedelt und es gibt erste Händler. Ende Oktobergab es ein dreitägiges Technik-Training für neun Betriebe, von denen vier fest unter Vertrag stehen.

Farizon V7E: der kompakte E-Transporter

Gegründet im Jahr 2014, ist die Farizon New Energy Commercial Vehicle Group der Nutzfahrzeugsektor der Geely Holding Group. Nach Europa stößt Farizon mit gleich zwei Transporter-Baureihen, vollelektrisch angetrieben, klar. Der Farizon V7E zielt mit knapp fünf Meter Länge haarscharf unter zwei Meter Höhe und seinem schlanken Wuchs mit lediglich 1,82 Meter Breite aufs Kompaktsegment. Farizon nennt trotzdem 6,95 Kubikmeter Ladevolumen. Die Ladekante liegt nur 495 Millimeter hoch, die Schiebetür lässt mit 1100 Millimeter Breite problemlos Europaletten in Längsrichtung durch. Die Heckflügeltüren öffnen serienmäßig 270 Grad.

Der E-Motor mit einer Leistung von 110 kW und 230 Nm Drehmoment eher im unteren Bereich angesiedelt und treibt die Vorderräder an. Die Batterien bringen es wahlweise auf 50,2 oder 66,7 kWh Kapazität. Klassenüblich beläuft sich die zulässige Gesamtmasse auf 3,15 Tonnen. Je nach Batterie beträgt die Nutzlast zwischen gut 1,2 und knapp 1,4 Tonnen. Geladen wird mit maximal 100 kW Ladeleistung, das ist eher bedächtig.

Farizon SV: der große und vielseitige E-Transporter

Der größere Farizon SV – das Kürzel steht für den anspruchsvollen Begriff „Super Van“ – fährt in einer anderen Liga und ist ausgesprochen vielseitig. Der 3,5-Tonner ist in gleich sechs Karosserievarianten zu bekommen. Sein Spektrum des knapp zwei Meter breiten E-Transporters reicht vom knapp fünf Meter langen und 1,98 oder 2,18 Meter hohen Einstiegsmodell über eine 5,5-Meter Variante mit 1,98 oder 2,18 und 2,5 Meter Höhe bis zum üppigen sechs Meter langen und 2,5 Meter hohen Spitzenmodell. Entsprechend groß ist mit 6,95 bis 13 Kubikmeter die Spanne des Laderaumvolumens. Er liegt 520 Millimeter über der Fahrbahn.

Für die drei Längen gönnt Farizon seinem Transporter auch drei Radstände. Die Nutzlast beläuft sich im Bestfall auf 1,29 Tonnen. Hinzu kommen zwei Tonnen Anhängelast. Aufwand betreibt Farizon auch bei der Konstruktion: Die Karosserie verzichtet auf eine klassische B-Säule auf der rechten Seite, das bedeutet mehr Platz zum Be- und Entladen.

Sehr beachtlich ist die Batteriekapazität mit 83,7 kWh oder 100,8 kWh. Eine große Reichweite erzielt der Farizon SV auch mittels eines sehr günstigen Luftwiderstandsbeiwerts von cw= 0,29. Die Batterien liefern Strom für einen recht kräftigen E-Motor mit 170 kW Leistung und 330 Nm Drehmoment. Er ist vorne angesiedelt und treibt die Vorderräder an. Eine Allradvariante ist in Vorbereitung. Farizon gibt eine beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h frei.

Lange Garantien sollen Vertrauen schaffen

Einen Blick wert sind die Garantieleistungen sämtlicher Transporter. So sichert Farizon für die Hochvoltbatterien eine Kapazität von mindestens 70 Prozent für acht Jahre oder 200 000 Kilometer zu. Auf das Gesamtfahrzeug gibt Farizon eine Garantie von fünf Jahren oder 200 000 Kilometern.

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