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Hobby: Wohnmobilhersteller im Krisenmodus?

von | 4. November 2026

Hobby

In Turbulenzen: Wohnmobil-, Campervan- und Caravanhersteller Hobby.

Erneut Geschäftsführer von Aufgaben entbunden, enorme Verluste. Hobby: Wohnmobilhersteller im Krisenmodus?

Im Frühjahr musste Geschäftsführer Bernd Löher gehen, kürzlich bereits nach fünf Monaten sein Nachfolger Mario Ahrens: Eine der beiden Positionen als Hobby-Geschäftsführer entpuppt sich als Schleudersitz. In engem Zusammenhang dazu dürfte die Geschäftslage des Caravan-Riesen stehen: Im jüngsten zugänglichen Geschäftsbericht 2024/25 weist das Unternehmen große Verluste aus.

Innerhalb weniger Monate mussten zwei Geschäftsführer gehen

Geschäftsführer haben es bei Hobby traditionell nie leicht gehabt, vor allem, wenn sie von außen zum Unternehmen stießen. Die jüngsten Volten aber fallen aus dem Rahmen: Erst musste im Frühjahr nach gut fünf Jahren Bernd Löher gehen, der aus langjähriger Arbeit beim Komponentenriesen Dometic viel Branchenkenntnis mitbrachte. Löher wurde mittlerweile als Präsident des Herstellerverbands CIVD wiedergewählt und arbeitet inzwischen für den Wettbewerber-Konzern Trigano.

Dann wurde jüngst Löhers Nachfolger Mario Ahrens nach nur fünf Monaten von seinen Aufgaben entbunden. Er hatte zuvor in rascher Folge leitende Tätigkeiten bei mehreren norddeutschen Unternehmen ausgeübt. Geblieben ist das Hobby-Eigengewächs Holger Schulz, seit gut einem Vierteljahrhundert im Unternehmen. Sowie selbstverständlich Hobby-Gründer Harald Striewski.

Umsatz deutlich eingebrochen, Problem Caravans

Auffällig sind die schlechten Ergebnisse des erfolgsgewohnten Unternehmens. Zum Geschäftsjahr 2024/25 meldet Hobby: „Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der rückläufigen Verkaufszahlen gesunken. Im Inland sanken die Umsatzerlöse auf 149,0 Millionen Euro (Vorjahr 192,5 Millionen Euro) und im Export sind die Umsatzerlöse auf 79,6 Millionen Euro (Vorjahr 105,4 Millionen Euro) gesunken.“ Macht zusammen 228,6 nach 297,9 Millionen Euro, ein drastischer Rückgang um rund 23 Prozent

Verantwortlich für den Einbruch sind in erster Linie die Caravans. Hobby berichtet: „Der Anteil der Wohnwagen am Umsatz beträgt 147,8 Millionen Euro (Vorjahr 202,1 Millionen Euro) und resultiert aus dem Absatz von 6 972 Fahrzeugen (Vorjahr 9 176 Fahrzeuge). Auf den Reisemobilbereich entfällt ein Umsatz von 80,0 Millionen Euro (Vorjahr 94,9 Millionen Euro) und ein Absatz von 1 524 Fahrzeugen (Vorjahr 1 636 Fahrzeuge).“ Während Wohnmobile und Campervans recht stabil laufen, hat sich der Absatz von Caravans innerhalb von zwei Jahren fast halbiert. Indes ist der Umsatz pro abgesetztem Wohnmobil und Campervan auch um rund zehn Prozent von 58 000 auf 52 500 Euro zurückgegangen.

Hohe Verluste statt der gewohnten schwarzen Zahlen

Geradezu dramatisch ist der Einbruch bei den Ergebnissen. Erwirtschaftete Hobby im Geschäftsjahr 2022/23 einen satten Gewinn von 37,9 Millionen Euro, so waren es im Jahr danach noch ansehnliche 22,6 Millionen. 2024/25 schließlich wies das Unternehmen dann einen enormen Verlust von 27,7 Millionen Euro aus. Ursache, so Hobby: „Allerdings haben sich die die Verkaufszahlen insbesondere im Wohnwagenbereich in dem außergewöhnlich schwierigen Marktumfeld mit rund 24 Prozent Rückgang unerwartet stark reduziert, so dass anders als geplant kein positives Betriebsergebnis erzielt werden konnte.“

Traditionell ist Hobby ein enorm finanzstarkes Unternehmen, das sich aus dem laufenden Geschäft finanziert und gänzlich ohne Bankkredite auskommt. Verbindlichkeiten gab es allein durch Lieferung und Leistungen von Zulieferern. Da allerdings ist Hobby im Verlustjahr 2024/25 an Grenzen gestoßen. „Zur Deckung von Liquiditätsbedarfsspitzen wurde mit unserem Tochterunternehmen, der Fendt-Caravan GmbH, eine Kreditrahmenvereinbarung geschlossen, die im Geschäftsjahr mit bis zu 17,5 Millionen Euro in Anspruch genommen wurde.“

Und wie geht es weiter?

Im Geschäftsbericht 2024/25 heißt es: „Für das aktuelle Geschäftsjahr 2025/2026 gehen wir aufgrund des geplanten Produktions- und Absatzvolumens wiederum von einem negativen Betriebsergebnis aus. Aufgrund der höheren geplanten Absatzmenge sowohl im Wohnwagen- als auch im Reisemobilbereich und geplant steigender Margen werden insgesamt eine verbesserte Betriebsleistung und ein verbessertes Betriebsergebnis deutlich oberhalb des Niveaus des Vorjahres erwartet.“ Ob dies funktioniert hat, muss Hobby erst noch berichten.

Ins Modelljahr 2027 ist das Unternehmen mit einer leicht gestrafften Palette an Caravans gestartet. Zurzeit wirbt Hobby mit einem Nachlass von mehr als 9000 Euro für die Wohnmobile der Baureihe Ontour C.

2027 wird das von Harald Striewski in Fockbek bei Rendsburg gegründete Unternehmen 60 Jahre alt. Der Unternehmer vollendet im Januar sein 90. Lebensjahr. Um die Nachfolge zu sichern, hat er bereits 2021 zwei Stiftungen gegründet, in die das Vermögen von Hobby und dessen Tochterunternehmen Fendt sowie weiteren Betrieben eingebracht werden.

 

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