Projekt U-Shift II: heute Shuttle, morgen Lieferfahrzeug
Kein Fahrer, Elektroantrieb und Wechselcontainer. Projekt U-Shift II: heute Shuttle, morgen Lieferfahrzeug.
Sieht brachial aus oder nach Design aus Klemmbausteinen. Erinnert in der Grundform des Trägerfahrzeugs an einen Flugzeugschlepper, trägt als Konzeptfahrzeug aber als ungewöhnlicher Transporter austauschbare Aufbauten ähnlich Wechselcontainern: Das Projekt U-Shift II, vorgestellt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Idee: Trennung von Fahrzeug und Funktion.
Driveboard mit Wechselaufbauten
Basis ist eine fahrerlose Plattform, genannt „Driveboard“, von oben gesehen in U-Form, daher die Bezeichnung. Sie kann selbstständig verschiedene Aufbauten – Kapseln genannt – aufnehmen und wieder absetzen. So kann ein einziges Fahrzeug zum Beispiel morgens Menschen transportieren, mittags Pakete ausliefern und abends als mobile Service- oder Versorgungseinheit dienen.
Das Konzept zur konsequenten Trennung von Fahrzeug und Funktion wurde vom Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt, ebenso das Verriegelungssystem für Plattform und Aufbau.
Zentrales Element ist ein flaches Trägerfahrzeug, das Driveboard, mit dem elektrischen Antrieb über vier Radnabenmotoren, den Batterien, der Lenkung sowie zentralen Funktionen zur Steuerung, Überwachung und Energieversorgung, entwickelt am Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS). An Instituten des KIT entstand das Fahrwerk mit integrierter Hubeinrichtung. Sie ermöglicht das autonome Aufnehmen und Absetzen der Kapseln ohne zusätzliche Infrastruktur. Ebenfalls die elektronische und softwarebasierte Schaltzentrale des Fahrzeugs.
Mit Sensoren wie Kameras, Radar und Laser erkennt das Fahrzeug seine Umgebung. Das Sensorkonzept sowie die Systeme zur Datenverarbeitung und zur Planung der Fahrbewegungen – die beim Andocken besonders präzise arbeiten müssen – hat die Universität Ulm entwickelt. Gemeinsam mit den am FKFS erarbeiteten Systemen für die Umsetzung dieser Fahrbewegungen sollen so zentimetergenaue Rangier- und Andockmanöver gelingen.
Was nun draus wird, das ist unbekannt. Aber eine Anregung für Transportsysteme ist’s allemal.
Amadeus Bramsiepe, KIT
Amadeus Bramsiepe, KIT





