Stellantis: neuer Großtransporter 2029, Box on Wheels zur IAA

von | 28. Mai 2026

Stellantis

2029 startet die neue Generation von Citroen Jumper, Fiat Ducato, Opel Movano und Peugeot Boxer

Stellantis hat viel vor: neue Transporter, Pick-ups, Plattformen, Services. Stellantis: neuer Großtransporter 2029, Box on Wheels zur IAA.

Anlässlich seines Investoren-Days hat Stellantis dieser Tage diverse Vorhaben für die Zeit bis 2030 vorgestellt. Mit ihnen plant der Konzern einen Befreiungsschlag und will auf die Überholspur wechseln. Ein Schwerpunkt dabei sind die Transporter von Stellantis Pro One mit einer Fülle von Innovationen.

Die aktuelle Führung von Stellantis reißt das Steuer herum

Opel nur noch als Regionalmarke, Senkung der Fertigung in Europa um jährlich rund 800 000 Autos, Anhebung der teils dünnen Auslastung der Werke durch Produktion für andere Fabrikate – die neuen Pläne des Konzerns unter der Führung von Antonio Filosa eineinhalb Jahre nach dem Ende des früheren Konzernchefs Carlos Tavares haben es in sich. Die durchaus erfolgreichen aber nicht mehr taufrischen Transporter und Pickups spielen dabei eine wichtige Rolle. Schließlich verkaufte Stellantis im vergangenen Jahr über alle Marken hinweg 1,65 Millionen Einheiten. Ehrgeiziges Umsatzziel für 2030 ist ein Plus von 30 Prozent sowie die weltweite Marktführerschaft.

Stellantis-Transporter: da kommt was

Drastisch verringern will das Unternehmen die Zeiten der Produktentwicklung, von heute rund 44 auf künftig 24 Monate. Trotzdem müssen sich Transporterkäufer gedulden: Der neue große Van, Nachfolger der Großtransporter Citroen Jumper, Fiat Ducato, Opel Movano und Peugeot Boxer, war zunächst für 2027 erwartet worden, beim Investoren-Tag nannte Stellantis das Jahr 2029 als Produktionsstart. Damit hätten die Transporter bei ihrer Ablösung das biblische Alter von 23 Jahren erreicht. Für den Nachfolger verspricht Stellantis klassenbeste Raumausnutzung mit entsprechend üppigem Laderaum.

Auch eine weitere Transporter-Neuheit deutet Stellantis zurückhaltend an, es könnte sich um Nachfolger oder wenigstens eine weitere Überarbeitung von Citroen Jumpy, Fiat Scudo Opel Vivaro und Peugeot Expert handeln, die inzwischen knapp ein Dutzend Jahre auf dem Buckel haben. Dieser mittelgroße Transporter schlägt inzwischen eine weitere Karriere als Ram ProMaster City in den USA ein. In diesem Fall nicht in Frankreich gefertigt, sondern aus türkischer Produktion und angetrieben ausschließlich von einem Turbo-Benziner – kein Diesel und kein Stromer für Nordamerika.

Eigenständige Transporter-Plattformen mit Gehirn für unterschiedlichste Antriebe

Transporter sollen künftig auf zwei neuen Multi-Energie-Plattformen mit Frontantrieb basieren. Die Bezeichnung lautet STLA Brain (Gehirn). Mit einem Leiterrahmen als Basis für Aufbauten. Und wenn man der veröffentlichten Skizze glauben darf, handelt es sich bei der E-Variante um eine modular aufgebaute Plattform mit integrierten Batteriepaketen in variabler Größe.

Stellantis arbeitet dabei mit dem US-Unternehmen Applied Intuition zusammen. Es wird die Softwareentwicklung, -simulation, -validierung und -bereitstellung in allen zentralen Fahrzeugsystemen der Transporter und weiterer Modelle unterstützen. Das Fahrzeug-Betriebssystem bietet eine KI-definierte Grundlage, sie soll die Entwicklungszyklen und die Zeit zur Markteinführung verkürzen.

Die Plattformen der nächsten Generation werden, so Stellantis, über ein breites Spektrum an Antriebsoptionen verfügen. Darunter batterieelektrische sowie hybride Antriebslösungen als auch Verbrennungsmotoren. Bei Nutzlast, Ladevolumen und Umrüstbarkeit sollen sie in ihren Klassen neue Maßstäbe setzen. Teil der Entwicklung sind zwei neuen batterie-elektrischen Antriebsstränge über die gesamte Modellpalette hinweg, einschließlich neuer LFP- und NMC-Batterien. Ziele sind größere Reichweite und Preisvorteile.

Stellantis-Pickups: da kommt noch mehr

Viel vor hat Stellantis mit Pickups. In Südamerika sind bis 2030 Neuauflagen der kompakten Pickups Fiat Strada und Toro geplant. Mit Ram ist Stellantis in Nordamerika bestens bei den dicken Dingern vertreten. Die Pickups im Full-Size-Format sollen erneuert werden. Stellantis verspricht dabei eine Leistungsfähigkeit auf Spitzenniveau.

Im Mittelpunkt stehen indes Neuheiten im mittleren Segment. 2028 sollen in Nordamerika der Rampage und der Dakota – aus Südamerika – loslegen. Für die Zukunft plant Stellantis in dieser Liga im Rahmen einer Partnerschaft ein neues Flaggschiff. Auch ist die Rede von einem neuen mittelgroßen Pickup der Marke RAM für Nordamerika. Es soll hinsichtlich Größe, Leistungsfähigkeit und Performance höchste Ansprüchen erfüllen. Die Pickup-Strategie verlangt noch nach detaillierten Informationen.

Box on Wheels: autonomer Transporter auf der IAA, Einführung von Echtzeitüberwachung

Auf der kommenden IAA Transportation präsentiert Stellantis ein Konzeptfahrzeug namens Box on Wheels. Es macht seiner Bezeichnung mit einem quaderförmigen Design alle Ehre. Gedacht für die berühmte „letzte Meile“ sind die zentralen Punkte ein emissionsfreier Antrieb sowie ein autonomer und somit fahrerloser Betrieb und ein umfassendes Dienstleistungsangebot. Im Fokus stehen eine Senkung der Betriebskosten sowie die Optimierung der Abläufe.

Der Quader auf Rädern symbolisiert einen weiteren Punkt namens Pro One Next. Damit nimmt Stellantis einen Trend auf, der seit geraumer Zeit von schweren Lkw zu Transportern hinüberschwappt. Das Stichwort dafür heißt generell Uptime oder Verfügbarkeit. Sie will Stellantis höchst ehrgeizig auf bis zu 100 Prozent steigern. Voraussetzung dafür sind Echtzeitüberwachung sowie ein vorausschauendes Fallmanagement bei anstehenden Service-Terminen und technischen Schwierigkeiten. Die Koordination von Servicepartner, Ersatzteilversorgung und technischen Netzwerken soll Ausfallzeiten minimieren und die Betriebsbereitschaft im Umkehrschluss auf ein Maximum steigern.

Stellantis-Marken neu definiert

Auch die Transporter müssen sich in ein neu definiertes Markenumfeld einfügen. Als globale Marken betrachtet Stellantis jetzt Jeep, Ram, Peugeot und Fiat plus Ableger Lancia. Als regionale Marken gelten Chrysler, Dodge, Alfa Romeo, Citroen inklusive DS sowie Opel mit Vauxhall.

In seine Marken, Modelle, Plattformen und Technologien will Stellantis bis 2030 etwa 60 Milliarden Euro investieren 60 Prozent der geplanten Milliarden-Investitionen von Stellantis gehen nach Nordamerika. 70 Prozent des Invests konzentrieren sich auf die künftigen globalen Marken.

Weltweit und über alle Marken hinweg steigerte Stellantis im ersten Quartal 2026 die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 1,361 Millionen Einheiten, den Umsatz um sechs Prozent auf 38,18 Milliarden Euro und verdoppelte das operative Ergebnis auf 960 Millionen. Das entspricht einer Rendite von 2,5 Prozent. Der operative Cash Flow verbesserte sich zwar um 37 Prozent, liegt aber dennoch bei einem Minus von 1,9 Milliarden Euro.

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