Ford Transit City: Begegnung auf der IAA
Der macht neugierig: chinesische Wurzeln, eigener Antrieb, Super-Preis. Ford Transit City: Begegnung auf der IAA.
Europa gegen China – das beginnt jetzt auch bei Transportern. Europa mit China – das ist die Formel für den Ford Transit City. Wir haben während der IAA frische Eindrücke gesammelt.
Europäisch-chinesische Kombination
Geht hier etwa mit einer neuen Modellreihe die Post ab? 110 kW Motorleistung sind angemessen, 260 Nm Drehmoment klingen nicht üppig. Doch je nach Abstimmung kann dies bei einem E-Antrieb ganz schön explosiv sein. Temperamentvoll wünscht sich Ford auch den Einstieg ins Geschäft mit seinem neuen Transporter.
Zurück auf Los. Der neue Transit City sieht aus wie – nun ja, wie ein chinesischer E-Transporter eben so aussieht, hier ursprünglich von Ford-Partner JMC entwickelt und gebaut, aber von Ford mit einem neuen (Front-)Antrieb und weiteren Details europäisiert. Am unverkennbaren Herkunftsland ändert auch das Markenzeichen nicht viel. Glatt, vorne rundgelutscht, vermutlich aerodynamisch optimiert, das spart kostbaren Strom. Die Scheinwerfer nur Halogen, von wegen LED. Die senkrechten Klapptürgriffe erinnern ein wenig an längst vergangene Transit-Zeiten, echt Achtziger. Bitte einsteigen in die fünf Meter kurze und flache Variante, es gibt auch lang/hoch und ein Fahrgestell mit Fahrerhaus, das gibt’s alles nicht beim höher positionierten E-Transit Custom.
Das Cockpit: schlicht, knapp und funktionell
Der Sitz stößt nach hinten gegen die blecherne Trennwand. An stämmige Mitteleuropäer mit knapp zwei Meter Länge haben die Entwickler nicht gedacht, vielleicht wird dem Fahrer anderswo auch weniger Bedeutung beigemessen. Die Sitze wirken einfach, aber dieser Transit heißt schließlich auch City und ist günstig in der Anschaffung. Gut, dass Elektroantrieb nur zwei Pedale bedeutet, denn der Fußraum fällt im Bereich des Radlaufs recht eng aus. Nun ja, Schuhgröße 47 ist schließlich nicht ohne.
Die Instrumentierung entspricht aktuellem Standard: kleiner Monitor hinter dem starren Lenkrad, eine größere Variante in der Mitte. Praktisch sind die offenen Ablageschalen auf der Armaturentafel vor dem Fahrer, eingängig ist der Lenkstockhebel zur Wahl der Fahrtrichtung, prima sind die klassischen Drehregler zur Einstellung der Klimatisierung, nützlich die zusätzlichen Weitwinkelgläser der Außenspiegel.
Das Fahrwerk mit Blattfederachse, der Laderaum praktisch
Das Fahrwerk des leeren Kastenwagens basiert auf einer starren und blattgefederten Hinterachse. Das klingt nach unwirscher Reaktion auf Bodenunebenheiten bei leerem Transporter. Der feinere Bruder glänzt mit Schräglenkern und Schraubenfederung. Die Batteriekapazität fällt mit 55 kWh nicht üppig aus, wieder liegt die Betonung auf dem Begriff City.
Noch ein Blick in den Laderaum. Durch die Schiebetür passt bequem eine Europalette längs, der Abstand zwischen den Radkästen ist üppig rund eine Tonne Nutzlast gibt’s, aber keine Anhängelast. Dazu eine Preisliste ohne jedes Extra, allein eine Handvoll Farben stehen zur Wahl. Das macht dann netto 35 990 Euro, laut Liste rund 13 000 Euro weniger als beim feineren Ford-Kollegen mit E-Antrieb. Und wem das alles noch zu wenig ist, der wählt das Fahrgestell mit Pritsche oder für rund 16 000 Euro Aufpreis einen Kofferaufbau mit einem schmuck gepfeilten Dachspoiler von Spezialist Junge. Alles ab Werk im Einrechnungsgeschäft.
Mehr zum Transit City gibt es hier:
Ford Transit City/Transit Custom: Wer darf‘s denn sein?
Experten-Vorstellung: Ford Transit City als Fahrgestell
Ford
Randolf Unruh 





