Ford E-Transit Custom: neu ab 2026 mit Allradantrieb
Ford kündigt an und schweigt. Aber es gibt eine Vorlage. Ford E-Transit Custom: neu ab 2026 mit Allradantrieb.
Das Sommerloch, wir kennen es. Ford füllt es mit einer Ankündigung. Klingt heiß: „Ford Pro erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Elektro-Transporters E-Transit Custom um eine leistungsstarke und vielseitige Allradversion. Mit seiner überlegenen Traktion auf schwierigen Untergründen bietet sich der neue E-Transit Custom AWD (All Wheel Drive) insbesondere für Unternehmen in abgelegenen und alpinen Regionen sowie für die anspruchsvollen Freizeitnutzungen an.“ Und dann wird’s prompt wieder kälter mit der Ankündigung: „Der E-Transit Custom AWD kommt voraussichtlich im Frühjahr 2026 auf den Markt.“
Ein Allradantrieb, zwei Motoren – und zwei Fabrikate
Weitere Informationen sind noch dünn. Zum Hinterradantrieb des E-Transit Custom soll sich eine zusätzliche „Hochleistungs-Antriebseinheit“ für die Vorderachse gesellen. Und: „Die unabhängig voneinander arbeitenden Front- und Heckmotoren stellen eine optimale Drehmomentverteilung auf allen vier Rädern sicher.“ Das war’s auch schon.
Und so mancher fabuliert prompt vom ersten E-Transporter mit Allradantrieb. Falsch: Bei VW, dem norddeutschen Kooperationspartner von Ford, läuft doch in Hannover bereits der ID. Buzz Pro 4Motion vom Band. Ein richtig heißer Ofen. Er kombiniert den E-Heckantrieb mit einem zweiten Elektromotor an der Vorderachse. Und da VW beim neuen gemeinsamen Transporter nach 40 Jahren 4×4-Tradition sehr großen Wert auf einen Allradantrieb gelegt hat – weit größeren als Ford wie verlautet – könnte man auf eine Idee kommen…
Vorbild ID. Buzz Cargo Pro 4Motion?
Schauen wir also mal rüber zum ID. Buzz Cargo Pro 4Motion. Der hat im Heck einen permanenterregten (und wie!) Synchronmotor mit einer Leistung von 210 kW und einem wuchtigen Drehmoment von 560 Nm. Vorne kommt das entscheidende Merkmal des 4Motion hinzu, ein zusätzlicher Asynchronmotor mit 80 kW Leistung und 134 Nm Drehmoment. Als Systemleistung nennt VW gewaltige 250 kW, über das gemeinsame Drehmoment schweigt man sich aus. Es ist allemal genug.
Und so fährt sich das: Die Hauptlast beim Fahren ruht auf der Hinterachse. Beim Anfahren packt die Vorderachse stets mit an, das stabilisiert die feurige Fuhre. Sichert rasanten Antritt. Auch bei unterschiedlichem Grip links und rechts kennt der 4Motion keinerlei Zicken, die Regelsysteme gewährleisten einen souveränen Geradeauslauf, ohne Krawall selbst auf Schotter.
Die 210 kW an der Hinterachse kennt man ebenfalls bei Ford E-Transit Custom und im E-Transporter von VW. Im gewerblichen Einsatz könnte man sich auch eine mildere Basisvariante vorstellen. Vielleicht nicht gerade mit 85 kW oder 100 kW Leistung an der Hinterachse, aber gerne mit 160 kW. Lassen wir uns überraschen. Irgendwann ist das Sommerloch vorbei, dann wird nachgelegt.
Hier gibt es mehr Infos zu den Zwillingen der neuen Transportergeneration:
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Ford
Randolf Unruh 






