KGM Musso EV: vollelektrisch und richtig schick
Pickups müssen keine rustikalen Haudraufs sein. KGM Musso EV: vollelektrisch und richtig schick.
Er kommt aus Südkorea, ist vollelektrisch angetrieben, fast schon zierlich gebaut und dabei dynamisch geformt. Der KGM Musso EV ist der etwas andere Pickup.
Junge Marke mit wechselhafter Geschichte
KGM sagt als Marke nichts? Bitte: KGM ist aus Ssang Yong hervorgegangen, einem südkoreanischen Unternehmen mit einer bewegten Geschichte und mehreren Besitzerwechseln. Der bullige KGM D-Max ist eine recht bekannte Größe, auch der klassische Musso als Verbrenner – der filigrane KGM Musso EV bildet mit E-Antrieb, einer eigens entwickelten Plattform und selbsttragender Karosserie statt klassischem Chassis das Kontrastprogramm dazu.
Ein E-Pickup benötigt keinen Macho-Kühlerschlund. Andere Marken verbrettern daher den Grill vorn, der KGM Musso EV zeigt eine vergleichsweise grazile Nase mit geschlitztem Tagfahrlicht, Zähnchen dazwischen und einem eher dezenten Stoßfänger mit roten Applikationen. Die Seitenlinie fällt mit ihrer schnittigen Fenster- und Dachlinie ebenso aus dem Rahmen wie das C-Säulen-Element in Form eines integrierten Haltegriffs, auch die eher knappe Pritsche mit Trittstufe im Heckstoßfänger.
Wahlweise Front- oder Allradantrieb, dann mit zwei Motoren
Soweit so schick, doch was kann der Koreaner? In seiner Grundausführung tritt der KGM Musso EV mit Frontantrieb und 152 kW Leistung, 339 Nm Drehmoment sowie rund 81 kWh Batteriekapazität für einen Nettopreis von 35 286 Euro an, ist doch was. Überschaubar ist die Ladeleistung von maximal 120 kW. Basis für Allradantrieb: eine zweite gleichstarke E-Maschine hinten für netto 3361 Euro Aufpreis.
Mit 5,16 Meter Länge ist der KGM Musso EV vergleichsweise kompakt, rund 20 Zentimeter kürzer als die üblichen Midsize-Pickups. Daher fällt die Ladefläche des Doppelkabiners mit 1345 Millimeter Länge etwas kürzer aus als anderswo. Trotzdem wird er Lkw (N1) zugelassen. Der Musso EV schultert je nach Ausführung 800 bis 900 Kilogramm und darf 1,8 Tonnen ziehen. Im Vergleich zu klassischen Pickups wirkt er damit eher zartbesaitet, in Relation zu anderen E-Pickups ist er voll dabei. Das zulässige Gewicht auf der Ladefläche ist jedoch auf 500 Kilogramm begrenzt. Das Limit dürfte mit der schraubengefederten Mehrlenker-Hinterachse zusammenhängen. Damit unterscheidet sich der Musso EV deutlich von den gewohnten blattgefederten Starrachsern in seiner Klasse.
Schick hat ebenfalls das Cockpit mit einem meterbreiten Display. Die umfangreiche Serienausstattung inklusive einer Fülle von Assistenzsystemen erreicht Pkw-Niveau. Beruhigend wirkt die Fahrzeuggarantie von sieben Jahren oder 150 000 Kilometern und sogar zehn Jahre oder eine Million Kilometer für die Batterie.
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