- Werbung -

Iveco: jetzt Teil von Tata Motors

von | 4. November 2026

Iveco

Chef-Trio: Girish Wagh (CEO Tata Motors), Natarajan Chandrasekaran (Chairman Tata-Gruppe), Olof Persson (CEO Iveco).

Der indische Konzern Tata hält nun 89,4 Prozent der Iveco-Aktion. Iveco: jetzt Teil von Tata Motors.

Angekündigt hatte Tata die Übernahme von Iveco im Juli vergangenen Jahres. Bis einschließlich 6. November gilt noch ein Kauf-Angebot für die Iveco-Aktionäre. Doch schon jetzt ist klar: Die Iveco Group ist ab sofort Teil von Tata Motors und damit des indischen Mischkonzerns Tata. Damit hat Tata einen neuen Nutzfahrzeug-Weltkonzern gebildet.

Tata Motors: zusammen mit Iveco Nummer vier in der Welt?

Nach eigenen Angaben rangieren Tata Motors und Iveco im Zusammenschluss auf Platz vier der weltweit größten Lkw-Hersteller (gemessen am Absatz von Fahrzeugen über 6,0 Tonnen), beschäftigen weltweit über 73 000 Mitarbeiter und sind in über 130 Ländern präsent. Das Absatzvolumen wird mit rund 590 000 Einheiten beziffert, der kombinierte Umsatz mit zirka 21 Milliarden Euro.

Aufgelistet werden zudem 27 Produktionsstandorte, 25 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie rund 9 300 Vertriebs- und Servicezentren. Weiteres Wachstum ist insbesondere in Europa, Indien, Südamerika, Asien, dem Nahen Osten und Afrika angepeilt.

Ob Marktpräsenz oder Modelle, Tata Motors und Iveco ergänzen sich

Natarajan Chandrasekaran, Chairman der Tata-Gruppe, erklärte zur Bekanntgabe der Übernahme am 3. November: „Der heutige Tag markiert den Beginn eines spannenden neuen Kapitels für Tata Motors und der Iveco Group. Wir werden langfristig investieren, den Austausch von Ideen und Kompetenzen in beide Richtungen fördern und unsere gebündelte Größe, Reichweite und unsere Fähigkeiten nutzen, um eine Zukunft der Mobilität zu gestalten, die sicherer, intelligenter, vernetzter und nachhaltiger ist.“

Girish Wagh, CEO von Tata Motors, fügte hinzu: „Unsere sich ergänzenden Portfolios, Kompetenzen und geografischen Stärken bilden eine solide Grundlage für Wachstum und gewährleisten gleichzeitig vom ersten Tag an Kontinuität für Kunden, Händler und Partner.“ Olof Persson, weiterhin CEO der Iveco Group, kommentierte: „Wir haben nun die Gelegenheit, auf allem aufzubauen, was die Iveco Group erreicht hat, gemeinsam mit Tata Motors neue Möglichkeiten zu erschließen und eine noch stärkere Zukunft zu gestalten.“

Kontinuität für Mitarbeiter und Geschäftspartner

Laut offizieller Bekanntgabe wird die Iveco Group ihren Hauptsitz weiterhin in Turin haben und die verschiedenen Marken, Teams und Standorte ihre eigenständigen Identitäten behalten. Das schließt auch die aktuellen und in der Erprobung befindlichen Antriebstechniken ein, konventionelle Diesel- und Gasmotoren ebenso wie batterieelektrische und wasserstoffbasierte Antriebe.

Für Kunden, Händler, Zulieferer und sonstige Geschäftspartner soll der Übergang nahtlos verlaufen: Bestehende Kundenverträge, Händler- und Lieferantenbeziehungen, Garantien, Aftermarket-Verpflichtungen und firmeneigene Finanzierungslösungen bleiben laut Bekanntgabe unverändert bestehen und werden auch von den bisherigen Teams und Netzwerken betreut.

Zur Lage von Iveco im dritten Quartal 2026

Natarajan Chandrasekaran betonte auf Nachfrage, dass beide bisherigen Unternehmen profitabel seien und ihren Umsatz gemeinsam signifikant steigern wollen. Für die Iveco gelten gute Zahlen allerdings nur eingeschränkt. Das Unternehmen meldet für das dritte Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 3,16 Milliarden Euro, ein Plus von 1,4 Prozent zum Vorjahr.

Das Ebit, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, belief sich in diesem Zeitraum auf lediglich 30 Millionen Euro. Auf Basis der industriellen Aktivitäten lag es auf der Nulllinie. Unter Druck standen dabei wegen harten Wettbewerbs unter anderem die Transporter. Mit einem Netto-Ergebnis von minus 33 Millionen Euro (Vorjahr minus 73 Millionen) schnitt Iveco zwar besser als im Vorjahr ab, erwirtschaftete jedoch immer noch rote Zahlen.

Iveco und seine Transporter

Transporter spielen mit ihren Stückzahlen eine wesentliche Rolle. So erreichte Iveco in diesem Segment in Europa einen Anteil von 11,6 Prozent, nahezu unverändert zum Vorjahr. Bei Fahrgestellen (28,9 Prozent) sowie im schmalen Segment schwerer Transporter zwischen 6,0 und 7,49 Tonnen (70,2 Prozent) ist Iveco besonders gut positioniert.

Zu diesem Thema gehört, dass Iveco seinen Klassiker Daily inzwischen mit dem eMoovy auf Grundlage eines Hyundai-Fahrgestells sowie mit eSuperjolly und eJolly flankiert. Dieses Duo basiert auf großen und mittelgroßen Stellantis-Transportern.

Dieser Zuwachs könnte auch den Sprung des Transporter-Auftragseingangs in den ersten neun Monaten dieses Jahres von 43 260 auf 50 584 Einheiten erklären. Parallel dazu stiegen die Auslieferungen von 43 941 auf 51 503 Fahrzeuge. Auch weltweit legten die Iveco-Transporter mit 65 141 Aufträgen (Vorjahr 56 729) und 65 145 Auslieferungen (56 490) kräftig zu. Im dritten Quartal allerdings bewegen sich die Auftragseingänge für die Iveco-Transporter sowohl in Europa als auch weltweit etwa auf Vorjahresniveau.

Die weltweiten Schwerpunktmärkte ergänzen sich

Das Nutzfahrzeugportfolio von Tata Motors, zu dem auch der koreanische Ableger Tata Daewoo Commercial Vehicle zählt, umfasst Transporter, Lkw aller Gewichtsklassen sowie Busse. Hauptabsatzmärkte sind bislang neben Indien vor allem wachstumsstarke Schwellenmärkte in Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika. Tata Motors tat sich außerdem vor knapp 20 Jahren durch die Übernahme der prestigeträchtigen Marken Jaguar und Land Rover hervor.

Die Iveco Group bringt es mit Transportern, leichten, mittelschweren und schweren Lkw sowie Bussen vor allem in Europa und Lateinamerika auf starke Positionen. Auf der internationalen Pressekonferenz am 3. November wurde die Antriebssparte FPT (Fiat Powertrain) von Girish Wagh explizit als „Juwel“ bezeichnet.

NEWSLETTER

SOCIALS

BELIEBTE NEWS

BELIEBTE TESTS