Farizon: Geely-Tochtermarke tritt gegen Mercedes an
Chinesische Transporterfabrikate haben Europa im Blick. Farizon: Geely-Tochtermarke tritt gegen Mercedes an.
Gibt es genug Marken für Transporter in Europa? Laut chinesischen Fabrikaten offensichtlich nicht. Jetzt fährt Farizon vor, im Gepäck sind gleich zwei Baureihen. Mit Verbrennern geben sich Hersteller aus Fernost nicht ab, vollelektrischer Antrieb ist selbstverständlich. Zurzeit wird ein Händler- und Servicenetz sowie ein Teilelager aufgebaut. Pikant: Geely-Gründer Li Shufu ist mit knapp zehn Prozent an Mercedes-Benz beteiligt – und macht nun mit Farizon eVito und eSprinter Konkurrenz.
Farizon V7E: der Kompakte
Länge 5,0 Meter, mit 1,82 Metern eine schlanke Taille und mit haarscharf unter zwei Metern soeben noch tauglich für viele Einfahrten und Waschanlagen – der Farizon V7E legt sich mit klassischen europäischen Kompakt-Transportern an. Der Radstand misst 3,2 Meter und der Laderaum soll sieben Kubikmeter Fracht schlucken. Der Abstand zwischen den Radkästen reicht mit 1250 Millimetern soeben noch für eine Europalette quer. Abhängig von der Batteriegröße beläuft sich die Nutzlast auf 1,2 bis gut 1,3 Tonnen bei 3,15 Tonnen zulässiger Gesamtmasse, das kann sich sehenlassen. Knapp bemessen ist dagegen mit maximal einer Tonne die zulässige Anhängelast.
Unter dem 510 Millimeter hohen Boden ruht eine Batterie mit wahlweise 50 oder 67 kWh, das sollte für Kurzstrecken und mittlere Etappen genügen. Beides sind robuste und vergleichsweise günstige LFP-Akkus. Geladen wird mit maximal 100 kWh eher in gelassenem Tempo. Der vorn angeordnete Elektromotor leistet 110 kW, bringt es auf ein Drehmoment von 230 Nm und treibt die Vorderachse an. Während sich das Fahrwerk vorne auf doppelte Querlenker stützt, kommt hinten eine starre blattgefederte Achse zum Einsatz.
Das Design ist außen wie innen schnörkellos unauffällig. Wie zurzeit häufig aus Fernost, steckt im Cockpit hinter dem Lenkrad ein recht zahlenlastiges Display, ergänzt von einem 12,3-Zöller in der Mitte. Auffällig: Für wesentliche Funktionen spendiert Farizon eine praktische Tastenleiste. Dann wäre da noch der Preis von netto 32 600 Euro.
Farizon SV: der Große
Darf’s etwas mehr sein? Zunächst mal ein Preis von netto 44 900 Euro. Mit dem Farizon SV tritt Farizon in der Liga der 3,5-Tonner an. Dies ganz unbescheiden, steht das Kürzel SV doch für Super Van. Super ist in diesem Fall zunächst die Zahl der Karosserievarianten mit Längen von 5,49 oder 6,0 Meter und 3,6 beziehungsweise 3,85 Meter Radstand. In die Höhe ragt der Farizon SV je nach Ausführung 2,18 oder 2,5 Meter. Mit 1,98 Meter Breite zählt er ebenfalls zu den schlanken Größen.
Der Laderaum nimmt zwischen 9,4 und 13 Kubikmeter Fracht auf und liegt lediglich 520 Millimeter oberhalb der Fahrbahn. Ungewöhnlich ist der Verzicht auf eine klassische B-Säule zwischen der Pforte zum Fahrerhaus und der Schiebetür – diese Idee hatte vor Jahren Renault für den Kangoo Rapid entwickelt, dort aber ohne Trennwand. In der Hinterhand ist sogar noch eine sehr kompakte Ausführung des SV mit 4,99 Meter Länge und lediglich 1,98 Meter Höhe – doch da parkt besser der Farizon V7E.
Das Leergewicht soll sich je nach Variante zwischen rund 2,2 und 2,4 Tonnen bewegen, daraus resultiert eine Nutzlast von 1,1 bis 1,3 Tonnen, für einen E-Transporter dieses Formats beachtlich. Darüber hinaus darf der Farizon SV bis zu zwei Tonnen ziehen.
Bei der LFP-Batterie ist von wahlweise 67 oder 83 kW die Rede, die E-Maschine bringt es auf kräftige 170 kW und treibt ebenfalls die Vorderachse an. Farizon gesteht dem großen E-Transporter eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h zu.
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