Der neue Mercedes Sprinter: Van mit Ecken und Kanten

von | 27. Oktober 2025

Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz Vans

Markante Nase und flache Motorhaube

Der nächste Sprinter steckt voller Überraschungen. Der neue Mercedes Sprinter: Van mit Ecken und Kanten.

Hier öffnet sich kein Vorhang, hier bricht der nächste Sprinter vehement hervor. Mercedes verpackt ihn in ein Monument in Originalgröße, getauft „The Boulder“. Ein Kletterfelsen, jedoch aus Hartschaum statt Granit. Erste Konturen sind bereits herausgefräst. Also her mit der Kletter-Ausrüstung, gehen wir auf Tuchfühlung mit dem neuen Mercedes Sprinter.

Karosserie und Design: Boxiness – Laderaum in Quaderform schafft Platz

Der neue Mercedes Sprinter trägt eine kräftig ausgebildete Nase. Wichtig für den Fußgängerschutz. Aber auch für den Platzbedarf eines Dieselmotors. Der musste noch flugs hinein, denn mit einem schlanken platzsparenden E-Antrieb allein sind Sprinter-Käufer aktuell noch nicht zufrieden. Die Beschränkung auf E-Modelle können Neu-Anbieter probieren, aber nicht die Nummer eins.

Erkennbar ist ebenfalls eine markante Quaderform des Aufbaus. Vorbei ist’s mit den platzraubenden bombierten Wänden des aktuellen Modells. Der neue ist fülliger gebaut. Auch steigt Mercedes nicht auf angedeutete flutschig-kurvige aerodynamische Formen aktueller Wettbewerber ein. Mercedes spricht von „Boxiness“. Das heißt steil aufragende Wände und ein gerades Heck. Ergebnis ist viel Platz für Fracht, Handwerker-Regale oder eine Campervan-Einrichtung. Die dort üblichen Fensterverbreiterungen für Querbetten im Heck werden künftig kaum nötig sein.

Auch wenn Mercedes den Begriff Kasten-Wagen beim nächsten Sprinter wörtlich nimmt, eine sehr anständige Aerodynamik ist Pflicht. Das verlangen Stromverbrauch und somit Reichweite bei E-Antrieb sowie niedrige CO2-Emissionen und damit Verbrauchsvorgaben bei Verbrennern.

Plattform und Antrieb: sowohl E- als auch D-Motoren

Nicht minder wichtig ist, was man auf Anhieb nicht sieht. Der neue Mercedes Sprinter basiert auf einer ebenfalls neuen Plattform. Das Stichwort heißt Van.EA, Van Electric Architecture, der batterie-elektrische Antrieb für die feinen Vans VLE und VLS als Nachfolger der V-Klasse sowie für die Transporter Vito und Sprinter mit ihrer eigenständigen Karosserie. Wesentliches Merkmal ist Modulbauweise, also ein Vorderteil mit elektrischem Antrieb und Vorderachse, das mittlere Modul mit Batteriegehäusen in unterschiedlicher Zahl, ein Heckmodul mit Hinterachse, gegebenenfalls ergänzt durch einen zweiten Elektromotor für Allradantrieb. Das ermöglicht Flexibilität von kompakt bis groß, von fein bis robust.

Inzwischen gesellt sich als Plattform Van.CA hinzu, Van Combustion Architecture, sprich: Verbrennungsmotor. Laut Mercedes zu 70 Prozent identisch mit Van.EA. Die neuen Plattformen bieten technische Leckerbissen. Am Beispiel Van.EA bedeutet dies: Vorderradantrieb, optional Allradantrieb 4Matic, eine 800-Volt-Architektur für rasantes Laden sowie eine Hinterachslenkung für große Beweglichkeit und dynamisches Handling. Was davon bei den Transportern ankommt – abwarten.

Elektronik und Vernetzung: Updates und sogar Upgrades

MBUX kennt man als Infotainmentsystem seit dem aktuellen Sprinter, also seit 2018. Es hat sich seinerzeit viel rascher durchgesetzt als gedacht, ist inzwischen Serienstand. Der neue Mercedes Sprinter geht viel weiter. Jetzt folgt als Superhirn an Bord das Betriebssystem MB.OS, ausgeschrieben Mercedes-Benz Operating System.

Over-The-Air-Updates (OTA) halten den Transporter fortlaufend technisch aktuell, das war zu erwarten. Ebenso Uptime, die Kontrolle wesentlicher Komponenten. Doch das Können von MB.OS ist umfangreicher: Möglich sind ebenfalls Upgrades, also das Hinzufügen weiterer Funktionen. Oder das Freischalten von Funktionen, die beim Kauf noch nicht erworben wurden, aber bereits im Transporter stecken.

Wie geht es weiter?

Und nun fragen wir mit dem sehnsuchtsvollen Titel von Dahlia Lavie: Oh wann kommst Du? Die schicken Vans sitzen schon in den Startlöchern, angeführt vom elektrisch angetriebenen VLE mit schnittiger Karosserie. Da geht’s im Frühjahr 2026 los. Der neue Mercedes Sprinter folgt. Mercedes verrät noch keinen Termin, eine Gelegenheit wäre die IAA Transportation 2026 im kommenden Herbst. Vielleicht lässt sich Mercedes-Benz Vans dort ja nach zweimaliger Abwesenheit wieder sehen.

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