Nächster Ford E-Pickup: Blick in die Entwicklungs-Küche

von | 3. März 2026

Alles neu: Plattform, Karosserie, Entwicklung, Fabrik. Nächstes Ford E-Pickup: Blick in die Entwicklungs-Küche.
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Der künftige Ford E-Pickup spart Strom durch Aerodynamik.

Einerseits schraubt die US-Regierung rasant Umweltstandards zurück, prompt blubbern sie wieder, fette V8-Pickups oder Hybride. Andererseits war die Entscheidung von Ford für ein neues Batteriewerk und neue kompakte E-Modelle schon längst gefallen. Als erstes Auto rollt im kommenden Jahr ein Ford E-Pickup im Midsize-Format vom Stapel, gefolgt von Pkw auf gleicher Basis, der Ford Universal EV Platform. Und alles ist anders als bisher gewohnt.

Ehrgeizige Ziele: runter mit Kosten, rauf mit der Entwicklungsarbeit

Das Ziel ist ehrgeizig: Der Ford E-Pickup des Jahres 2027 soll die gleiche Reichweite wie E-Wettbewerber dieses Segments erreichen – trotz einer um ein Drittel kleineren Batterie. Technische Details des künftigen Midsize-Pickups verrät Ford noch nicht. Aber Ford verspricht immerhin einen großen Front-Gepäckraum (Frunk) und einen geräumigen Fahrgastraum. Midsize heißt Ranger-Größe, also um die 5,3 Meter lang. Es gibt einen Hinweis auf robuste und günstige LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Ohnehin nimmt Bezahlbarkeit einen hohen Stellenwert beim künftigen Ford E-Pickup ein. Das betrifft sowohl die Anschaffung als auch die Unterhaltskosten.

Zu diesem Zweck lässt sich Ford einige Kniffe einfallen. Eine Hauptrolle spielt dabei Aerodynamik – bisher bei Pickups, vorsichtig formuliert, eher ein Randthema. Ford nutzt dafür die Kompetenz seiner Aerodynamiker aus der Formel 1, die Hälfte des Aero-Teams kommt aus dem Rennsport. Zur Überprüfung am Ford E-Pickup dienen millimetergenau gedruckte 3D-Teile von Komponenten, die teils noch nicht einmal als funktionale Komponenten existieren.

Ausgefeilte Aerodynamik von Außenspiegeln über das Dach bis zu den Rädern

Zu den großen Brocken der Aerodynamik des Ford E-Pickup gehört eine Dachlinie des Fahrerhauses. Sie lässt den Luftstrom über die Pritsche hinweg fließen. Nichts verheddert sich bremsend zwischen den Bordwänden. Auf diese Weise verwandelt sich der Pickup mit offener Ladefläche in eine virtuelle geschlossene Karosserie.

Zu den Details gehören die Verschmelzung der E-Motoren der Außenspiegel und der Verzicht auf einen Verstellraum, Spiegel und Gehäuse sind ein Element. Es schrumpfte mit diesen Schritten um 20 Prozent. Die Reichweite steigt mit dem Dreh um umgerechnet annähernd 2,5 Kilometer. Wenig? Bitte sehr: Eine geschickte Luftführung um die Räder herum bringt gut sieben Kilometer. Insgesamt nennt Ford eine Verbesserung des Luftwiderstands um mehr als 15 Prozent im Vergleich zu den besten aktuellen Midsize-Pickups.

Zusätzlich haben die Entwickler kräftig gerechnet, mit ungewöhnlichen Ergebnissen. Ein Millimeter mehr Dachhöhe des Fahrerhauses kostet durch die größere Stirnfläche ein knappes zehntel Kilometer Reichweite oder umgerechnet 1,1 Euro Mehraufwand für die Batterie. Also besser den Stetson vor dem Einsteigen abnehmen.

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Die Ford Universal EV Platform besteht aus drei Modulen.

48-Volt-Bordnetz, Reduzierung von Steuergeräten und Kabeln

Das elektrische System des Ford E-Pickup basiert auf einem günstigen 400-Volt-Netz. Indes reduzierte Ford das Leitungsnetz im Vergleich zu einem eigenen Elektro-SUV der ersten Generation mehr als 1300 Meter Kabel. Dann wäre da eine leistungsfähige Elektrik mit 48 statt 12 Volt und die Reduktion von zahlreichen einzelnen Steuergeräten auf fünf Hauptmodule. Ethernet-Technologie sichert rasante Datenübertragung. Und das LFP-Batteriepaket mit seinen prismatischen Zellen ist strukturell in die Bodengruppe integriert und dient als Fahrzeugboden. Auch eine ausgetüftelte Rekuperation spart Energie und damit Batterie-Aufwand.

Komplett neue Fertigungsmethoden und ein Hammerpreis

Viel Energie stecken die Ford-Entwickler ebenfalls ins Thema Fertigung. Passé ist die bisher gepflegte Chassis-Bauweise. Im Vergleich zu einer traditionellen Pickup-Karosserie eliminierte das Team drei Viertel der Teile, zwei Drittel der Schweißnähte und die Hälfte der Befestigungselemente. Ford setzt auf komplexe einzelne Aluminiumteile (Gewicht!) als Rohbau und damit Basis der Karosserie. Die Fahrzeuge werden außerdem nicht klassisch in einer einzigen Linie gefertigt, sondern in drei Untergruppen aus Front- und Heckmodul sowie dem zentralen Element mit Batteriepaket, Sitzen und Cockpit. Im Anschluss werden die drei Modulen zusammengefügt.

Das alles soll schneller funktionieren, mit weniger Aufwand mit viel geringerem Personaleinsatz. Also auch erheblich günstiger. 2027 ist es soweit, dann soll es den neuen Ford E-Pickup zu einem Grundpreis ab etwa 30 000 Dollar geben, das wären nach aktuellem Wechselkurs umgerechnet rund 25 500 Euro.

 

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Kurzer Weg von der Skizze zum Ford E-Pickup des Jahres 2027.

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