Toyota Hilux: Jetzt steht der legendäre Pickup unter Strom
Toyota schlägt bei elektrischen Antrieben gerne eigene Wege ein. Toyota Hilux: Jetzt steht der legendäre Pickup unter Strom
Hybridantriebe, Wasserstoff – es hat gedauert, bis sich Toyota zu vollwertigen batterie-elektrischen Antrieben bekannt hat. Und nun ausgerechnet beim Pickup Toyota Hilux? Das verspricht Spannung. Eines ist sicher: Zwar rückt der 60. Geburtstag des Hilux näher, aber auch nach zig Millionen Exemplaren ist er noch lange nicht reif für die Rente – im Gegenteil, da kommt noch mehr.
Toyota Hilux BEV: Zwei Elektromotoren, eine knapp bemessene Batterie, lokale und regionale Einsätze
Toyota greift beim Hilux BEV zu einem probaten Mittel: Mit zwei Elektromotoren, jeweils einem an Vorder- und Hinterachse ist eines gesichert, was beim Hilux selbstverständlich ist: Allradantrieb, hier permanent. Die Kraft von 80 kW vorn und 128 kW hinten addiert sich zu einer Systemleistung von 144 kW und eine Zugkraft von 206 Nm an der Vorder- und 269 Nm an der Hinterachse. Damit ist der Toyota Hilux gut, aber nicht überragend motorisiert. Das genügt indes für den angepeilten Einsatz im lokalen und regionalen Umfeld ohne maximale Anforderungen.
Gleiches betrifft die Stromversorgung. In den typischen Leiterrahmen integriert ist eine Batterie mit netto 54 kWh Kapazität. Das wiederum ist knapp bemessen, vor allem angesichts typischer kraftraubender Einsätze. Sinnvoll also, dass Toyota die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h begrenzt. Geladen wird mit maximal 150 kW an der Schnellladesäule.
Nutz- und Anhängelast eingeschränkt, aufwendige Hinterachse
Trotz der vergleichsweise kompakten Batterie sind Einschränkungen nicht zu vermeiden: Rund 200 Kilogramm Mehrgewicht und 100 Kilo weniger zulässige Gesamtmasse beschränken die Nutzlast auf knapp über 700 Kilo. Auch reduziert Toyota die maximale Anhängelast von den gewohnten 3,5 auf 1,6 Tonnen. Vorsicht bei Fahrten im Gelände: Zwar beläuft sich die maximale Wattiefe unverändert auf 700 Millimeter, jedoch verringert sich die Bodenfreiheit spürbar auf knapp mehr als 200 Millimeter.
Äußerlich ist der Toyota Hilux BEV an einer Frontplatte anstelle des klassischen Kühlergrills zu erkennen. Unter der Ladefläche des 5,32 Meter langen Pickups verbirgt sich eine De-Dion-Achse, die veredelte Variante einer blattgefederten angetriebenen Hinterachse.
Toyota Hilux 48 Volt Mildhybrid: etwas Strom, mehr Effizienz, gedacht und gemacht für alle Fälle
Ein Pickup für alle Fälle ist dagegen der Toyota Hilux 48 Volt Mildhybrid. Seinem Dieselmotor mit 150 kW (204 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm hilft ein ordentlicher Schuss Strom auf die Sprünge. Toyota verspricht leisere und gleichmäßigere Beschleunigung, effizientere Energierückgewinnung und ein verbessertes Start-Stopp-Verhalten. Alles läuft nun geschmeidiger ab.
Die kleine Batterie mit 4,3 Ah findet unter den Rücksitzen Platz. Reichweite ist beim Diesel dank des Tanks von 80 Litern kein Thema, also lässt Toyota den Hybriden 176 Sachen rennen. Erhalten bleibt hier das gewohnte Leistungsbild eines handfesten Pickups mit bis zu einer Tonne Nutzlast sowie 3,5 Tonnen Anhängelast. Ebenso wegen des unvermeidlichen Differenzials die klassische blattgefederte starre Hinterachse. Vorteil des Hybrids an der Tankstelle ist ein Minderverbrauch von rund einem halben Liter Diesel/100 km.
Toyota Hilux: Was sonst noch geschah – und geschehen wird
Draußen fallen bei der neuen Hilux-Generation in die Seitenwand eingelassene Trittstufen zur Ladefläche auf, eine sinnvolle Kletterhilfe. Drinnen gewinnt die Materialqualität, das neue Innendesign orientiert sich am verwandten Geländewagen Toyota Landcruiser. Der Hilux trägt nun digitale Anzeigen, präsentiert auf einem 12,3-Zoll-Display. Hinzu kommt mittig ein horizontal ausgerichteter Infotainment-Touchscreen, ebenfalls im Format 12,3 Zoll. Neu sind die elektrische Unterstützung der Lenkung sowie eine elektronische Feststellbremse. Ebenso kommt ein Bündel Assistenzsysteme hinzu, von der Antriebsregelung auf unterschiedlichem Untergrund bis zu Sicherheitsthemen.
Und da Toyota eine Multi-Energy-Strategie verfolgt und ein Faible für Wasserstoff hat, ist weiterhin eine entsprechende Variante des Hilux vorgesehen, der Prototyp stand bereits vor zwei Jahren auf der IAA Transportation. 2028 soll es soweit sein. Fragt sich indes, ob dann für diese Variante noch Tankstellen zu finden sind.
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